Ausdruck und Körpersprache

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Referent: Oliver Pollak


Haltung bewahren

Wer etwas bewegen will, muss nicht nur die richtigen Worte finden. Man muss sich vor allem durch seine Körpersprache auszudrücken wissen. Das lernte ich in einem Workshop auf der Pfingstakademie

Von Philipp Cragg de Mark


Die Tür öffnet sich. Mit hängenden Schultern betritt ein Teilnehmer des Workshops “Ausdruck und Körpersprach” das Zimmer. Er geht durch den Raum und bleibt vor den restlichen Teilnehmern stehen.
“Buh”, sagt Oliver Pollak, Dozent des Workshops. Der Bühnendarsteller und ausgebildete Pantomime strotzt vor Lebensenergie. Ihr müsst ein Bild werfen, tack, tack, tack, tack, das immer weiter fliegt und das Publikum fesselt. “Was ist der Unterschied zwischen mir und euch?”, fragt er anschließend, als wir uns hingesetzt haben.


Das Eis ist gebrochen

“Wir sitzen, du stehst.” “Genau, also auf. Lauft durchs Zimmer, bewegt euch!”
Dieser Aufforderung folgend erheben wir uns und schlendern durch den Raum. “Schneller, überrascht euer Gegenüber!” Lachend und teilweise von hinten anschleichend, rennen wir durchs Zimmer, machen Pirouetten und erschrecken uns gegenseitig. Das Eis ist gebrochen.
“Stellt euch vor, in der Hand haltet ihr einen Ball. Versucht ihn so weit wie möglich zu werfen und lasst mich glauben, dass es wirklich einen Ball gibt, den ihr werft.” Authentizität“ das ist das Stichwort. All diese Übungen dienen einem Zweck: die Präsenz des Menschen nonverbal zu erhöhen und im Umfeld Interesse zu wecken. Natürlich stellen wir uns anfangs nicht besonders geschickt an. Es muss ein inneres Bild geworfen werden, in unserem Fall ein Bild des Balls, der das Publikum erreicht und Interesse weckt.


Neue aufrechte Haltung

Anschließend versuchen wir, durch diverse Übungen, mentale und physische Spannung zu erreichen. Wir drehen unsere Hände entgegen den Armen und dehnen unsere Schultern. Das hört sich sehr komisch an und wir fragen uns einen Moment lang, ob das alles sinnvoll ist. Aber nach ungefähr einer halben Stunde stellen wir fest, dass unsere ursprüngliche, leicht vorgebeugte Haltung sehr unbequem gewesen ist. Die neue, aufrechte Haltung ist sehr viel angenehmer.
Viele weitere Übungen folgen, den ersten Eindruck vor anderen Menschen zu verbessern: “Die ersten drei Sekunden sind entscheidend dafür, ob man jemandem mit Sympathie oder Antipathie gegenübertritt.”
Wenn man präsent ist, weht ein frischer Wind, da strahlen die Augen und man hat das Publikum auf seiner Seite. Man darf den allerersten Auftritt nicht versemmeln. Da wird es dann sehr schwer, die Zuschauer wieder auf seine Seite zu bekommen.“ Obwohl wir uns eigentlich nicht viel bewegt haben, sind wir sehr erschöpft. Allein alle Fasern des Körpers nacheinander und auch gleichzeitig anzuspannen und den Körper aufzurichten ist dermaßen erschöpfend, dass wir froh waren, als wir uns nach dem Workshop entspannen durften.

Der beste Workshop ever!

Es ist der beste Workshop, den ich persönlich besucht habe und finde den Dozenten Oliver Pollak wirklich sehr gut. Man lernt viel über das Auftreten gegenüber anderen und mit Hilfe der Tipps, die er uns gegeben hat, wird dieses sehr viel einfacher. Man strahlt etwas ganz anderes aus. So sollte es sein.