Tag 1 – Alles neu?

Auch, wenn die pfingstAKADEMIE – oder eher oktoberAKADEMIE – dieses Jahr ganz anders ist, ist sie doch gleich. Denn wie jedes Jahr kommen junge Erwachsene aus ganz Deutschland zusammen, um über gesellschaftlichspolitische Themen zu diskutieren.

Von Giuliana, 16, hat trotz Corona den Lockdown positiv nutzen können und sich persönlich weiterentwickelt.

Und von Ilo, 22, hat trotz Corona zwei neue Jobs gefunden.

Regen fiel in dicken Tropfen vom Himmel und die bunten Blätter raschelten unter den Füßen, während wir den Weg zum wannseeFORUM spazierten. Unter dem Motto „Trotz Allem! 20 Jahre pfingstAKADEMIE Jugendbeteiligung“ kommen vom 23. – 25. Oktober 2020 rund 20 junge Erwachsene zusammen. Nachdem die Teilnehmer*innen der pfingstAKADEMIE am gestrigen Freitagnachmittag angekommen sind, führten Finn und Marcellina in das Thema ein. Auch digital schalteten sich Interessierte zur Konferenz dazu. Anschließend gab es für die müden Köpfe, die wegen der Anreise früh aufstehen mussten, literweise heißen Kaffee und leckeren Pflaumenkuchen.

Die Zukunft im Blick

Danach ging es 17:00 Uhr weiter mit einem Einstiegsvortrag zum Thema Zukunftswissenschaften. Mit diesem Thema setzt sich die Zukunftsforscherin Tanja Schindler auseinander. Sie ist bereits seit sieben Jahren Zukunftswissenschaftlerin oder, wie sie sich selbst nennt, „Futuristin“. Sie arbeitet mit Institutionen wie der UNESCO zusammen und berät diese in Zukunftsfragen. Sie hält Vorträge, leitet Workshops und organisiert Projekte, alles unter der Leitfrage „Wie kann unser gegenwärtiges Denken und Handeln die Zukunft verändern?“. Dabei ist es wichtig im Kopf zu behalten, dass man die Zukunft nicht vorhersehen, sondern lediglich erkunden kann und diese nicht linear ist.
Nach dem Abendessen um 18 Uhr gab es eine Aufteilung in zwei Gruppen, die sich mit unterschiedlichen Themen befassten: der Demokratiekrise und der Ökologiekrise.

Die Demokratie und ihre Probleme

Im Theatersaal wurde hitzig über die Demokratiekrise diskutiert. Wir setzten uns mit Verschwörungsmythen und ihrem Ursprung auseinander. Dabei ging es vor allem darum, dass diese Mythen gerade wenn man an die aktuelle Situation mit Corona Leugner*innen denkt, eine große Gefahr birgt. Schließlich haben wir über Probleme mit verschlüsselten Chatformaten und Rechtsextremismus geredet. Es ging vor allem darum, dass Menschen mit rechtem Gedankengut solche Messengerdienste gerne als ihre Plattform nutzen. Auch über Themen wie die AfD und das Grundgesetz wurde reichlich diskutiert. Vor allem haben wir darüber nachgedacht, was Demokratie ist und wie gut diese in Deutschland funktioniert.

Demokratie bedeutet für mich, dass ich das Recht habe das zu tun, was ich möchte und mich so äußern darf, wie ich möchte. Diese Freiheit kann ich nutzen, um mich durch eine Petition oder Demonstration mich gegen oder für eine Sache oder Meinung auszusprechen. Ich verlasse mich darauf, dass der Staat so handelt, dass ich das bestmögliche Leben habe. Genau deshalb ist es so wichtig, dass man wählen geht, damit man die für sich entsprechenden Vertreter*innen hat und diese die Interessen vertreten.

Everyday for Future

An was denkst du, wenn du an Konflikte der Klimakrise denkst? Streiken fürs Klima, Klimaschutz oder Gesundheitsschutz, individuell etwas für die Umwelt tun oder auf eine politische Lösung warten? Das waren unsere ersten Gedanken zu dem Thema. Doch was können wir konkret tun, um die Ökologiekrise abzuwenden? Über diese und andere Fragen durften wir uns mit Vicky vom SV Bildungswerk austauschen. Dafür kamen wir in gemütlicher Runde im Balkonzimmer zusammen. So haben wir einen Blick auf die aktuelle Lage und Veränderungen in der Zukunft werfen können. Zuerst widmeten wir uns der Frage, was Klima für uns bedeutet. Zweitens sind wir auf die allgemeinen Konflikte der Klimakrise zu sprechen gekommen und drittens haben wir über Möglichkeiten des Aktivismus diskutiert.

Was bedeutet Klima für mich persönlich? Ich denke, dass die Natur geschützt werden muss. Jede*r kann tagtäglich etwas dafür tun – sei es den Müll zu trennen, weniger Fleisch zu essen, das Fahrrad oder die S-Bahn zur Arbeit zu nehmen oder umweltverträgliche Produkte im Haushalt zu verwenden. Im Seminar ist nicht nur mir, sondern uns allen wieder einmal bewusst geworden, wie viel wir durch Kleinigkeiten ändern können. Denn es sind die kleinen Dinge im Leben, die etwas Großes bewirken. Und zu unserem Leben gehört unsere Umwelt – also tu jeden Tag etwas dafür. Für dich und die kommenden Generationen.

© Fotos: Leonie Geiger