Themengruppen

2017 sind zum Thema „Wir(r) sind die Alternativen“ – politische Orientierungen in Zeiten der Krise“  bei der Pfingstakademie Jugendbeteiligung Themengrupen mit folgenden Fragen in Planung:

  • Wirre Zeiten? -zwischen Eurokrise, Flüchtlingskrise und Wirtschaftskrise: In den bewegten Zeiten, die hinter und wahrscheinlich auch vor uns liegen, machen wir uns Gedanken, welche Krisen im Moment in den Medien Aufmerksamkeit erregen und analysieren ihre Ursprünge und Lösungsstrategien.
  • Wir(r) ist das Volk – Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa: Die neuen rechten Bewegungen sind in ganz Europa auf dem Vormarsch und rechte Parteien bekommen immer mehr Stimmenzuwachs. Sie stellen sich als die Stimme des Volkes dar und geben vereinfachte Antworten auf komplexe Fragen. Doch wie soll man mit diesen Strömungen umgehen? Welche Gegenstrategien gibt es? Diesen und anderen Fragen werden wir uns in diese Workshop widmen.
  • Wirr weiter? – neue Proteste und politische Aktionsformen: Dem Vormarsch der rechten Strömungen aufzuhalten ist wichtig, jedoch in Zeiten der Krise oft nicht genug. Welche Alternativen zu dem altbekannten Status Quo könnte es geben? Welche neuen Formen der Partizipation oder sozialen Teilhabe kann es geben und wie können wir diese schon jetzt etablieren?

Diese und viele weitere Fragen wollen wir am Thementag der pfingstAKADEMIE 2017 diskutierten. Informationen zu den Referent*innen folgen auch bald.

Am Thementag schauen wir jedes Jahr gemeinsam unterschiedliche Seiten eines aktuellen Themas an. Das waren unsere Themengruppen und Referent*innen 2016:

2016 drehte sich alles um:
“Identität(en) – Wer wir sind und wer wir werden wollen?”

  • Identität(en) in der Einwanderungsgesellschaft:Wie können wir von der Willkommenskultur zu einer Kultur des gemeinsamen Miteinanders voranschreiten? Wie kann Integration in der Einwanderungsgesellschaft gelingen? Welche Perspektive wird den geflüchteten Menschen geboten, damit sie ihren Platz in Deutschland finden? Was kann Zuwanderung zur Entwicklung der Aufnahmegesellschaft beitragen? Was ist deutsch und vor allem: Wer wollen wir in Zukunft sein?
  • Netzidentität(en): Wohin geht die Suche nach dem eigenen Platz in einer Welt, in der alle Lebensbereiche immer stärker wechselseitig verknüpft sind und räumliche und zeitliche Grenzen aufgehoben scheinen? Welche Orientierungspunkte lassen sich in der verwirrenden Vielfalt und dem gleichzeitigen Einengen durch Vereinheitlichung finden? Welche Rolle spielt für uns heute das virtuelle Leben und das „richtige“ vor Ort und wie beeinflussen sich beide „Welten“ gegenseitig?
  • Sexuelle Identität(en): In welchen Beziehungsformen wollen wir künftig zusammenleben? Welche Zwänge gilt es zu überwinden? Wie gelingt eine Lösung von fremdbestimmten Identitäten? Was bedeutet aber auch die Diversifizierung von sexuellen Identitäten für die politische Auseinandersetzung?
  • Identität(en) und Arbeit: Wie verändert die neue Arbeitswelt die Identitätsbildung von jungen Menschen? Wodurch vermag sich ein Identitätsgefühl herauszubilden, wenn es nicht mehr über die Arbeit entwickelt wird? Will ich oder muss ich der Mobilität der Arbeitsmärkte folgen? Welche alternativen zur Identifikation über Arbeit gibt es?

…waren nur einige Fragen für die Diskussion 2016.

Referent*innen 2016:

tarekTarek Kamal Ahmedin- „Identität(en) und Arbeit“

Also, ich bin Tarek Kamal Ahmedin, 43, Unternehmer, Ägypter, aufgewachsen in Helsinki und Kairo, Katholik (oft).
Oder ich bin eine Frau, gebe mich hier aber lieber als erfolgreicher Mann aus – damit es geschlechtlich ausgewogener zugeht – ist ja immerhin politische Bildung hier! Ich verzichte allerdings auf Sternchen und so im Text (Sorry, Araber eben!!) – dafür werde ich mich, dann aber entsprechend verkleiden (mit Brüsten!! und so), denn vielleicht bin ich ja auch doch ein Mann, von wo ganz anders, zum Beispiel aus Teheran (haha, dann Perser und nix mehr Araber)….
Es wird schnell kompliziert mit dieser „Identität“ – die, doch nur ein Wort, ein komplexes Konstrukt, auf dem dann aber auch so ziemlich alle unsere Gewissheiten aufbauen. Mit der Vorstellung von uns selbst, steht und fällt also fast jedes bewusste Handeln, das Individuelle und das Politische sowieso! Ganz schön automatisiert, aber ganz schon fundamental. Und wenn wir versuchen eine Vorstellung zu bekommen, wie denn diese Vorstellung von uns selbst aufgebaut ist, woraus sie besteht, wie sie entsteht, was sie auszeichnet und was sie wohlmöglich bedingt – dann sprechen wir über „Identität“ – denn diese Abstraktion verlangt einem schon die Verwendung des Wort „Identität“ schlicht ab. Trendiges Thema hin oder her – das Ganze hat seine Tücken.
Doch sollte es so sein, dass sich die Art, wie wir uns selbst sehen, sich momentan tatsächlich verändert, sich irgendwie (weiter)entwickelt und aus diesem Grund viele alte Gewissheiten wackeln, dann kann sich die Anstrengung durchaus lohnen… Nicht nur um gelassener zu sein, wenn alle unter Instabilitäten leiden. Sondern zum Beispiel auch schlicht, um einen Schritt voraus zu sein und die fetteste Karriere überhaupt zu machen! Und darum geht es in diesem Workshop! Ausschließlich! Versprochen! Was mache ich eigentlich? Und braucht es mich dazu überhaupt? Und wie mache ich (plural) in Zukunft Karriere? Ja, Karriere… oder wie auch immer das dann heißt. Und da diese Selbstoptimierung, mit der sich alle so abmühen, auch erstmal ein Selbst beinhaltet, kann man diesen Workshop im Prinzip auch als ultimativen Befreiungsworkshop buchen!

Nichts kapiert? Nicht inspiriert? Dann geht zu den anderen Workshops, die sind bestimmt sowieso toller und hübscher! Oder ihr lest zur Einstimmung: „Die Identitätsfalle“ von Amartya Sen, „Quellen des Selbst – Die Entstehung der Neuzeitlichen Identität“ von Charles Taylor und vielleicht „Dead Man Working – Die schöne neue Welt der toten Arbeit“ von Carl Cederström und Peter Fleming… Oder auch nicht.
Bis Pfingsten ihr Schizos! In Liebe, Euer Guru Tarek! Aaaach, ich freu mich!

Ozan Aykac- „Identität(en) in der Einwanderungsgesellschaft“

Wie kann eine multikulturelle Gesellschaft aufgebaut sein? ??Wie können wir von der Willkommenskultur zu einer Kultur des gemeinsamen Miteinanders voranschreiten? Wie kann Integration in der Einwanderungsgesellschaft gelingen? Welche Perspektive wird den geflüchteten Menschen geboten, damit sie ihren Platz in Deutschland finden? Was kann Zuwanderung zur Entwicklung der Aufnahmegesellschaft beitragen? Was ist deutsch und vor allem: Wer wollen wir in Zukunft sein?

Dies zu gestalten wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein und ich möchte mich mit euch während der Pfingstakademie zu diesen Fragen austauschen.

Lisa Hell und Lara Ledwa- „Sexuelle Identität(en)“

Hallo!
Wir sind Lisa & Lara und werden bei der Pfingstakademie den Workshop zu sexuelle(n) und geschlechtliche(n) Identität*en leiten.
Gemeinsam mit euch möchten wir zunächst theoretische Zugänge erarbeiten. In einem zweiten Teil werden wir uns mit aktuellen und historischen Beispielen für politische Kämpfe zu dem Thema beschäftigen. Dafür geben wir euch einen Input zu den Begriffen sex („biologisches Geschlecht“), gender („soziales Geschlecht“) und desire (Begehren). Außerdem erproben wir uns in Selbstpositionierung(en), lesen kurze Texte und diskutieren darüber, sowie über verschiedene geschlechtliche und sexuelle Lebensentwürfe.
Fragen, die uns während des Workshops begleiten können, sind:
In welchem Geschlecht möchte ich leben? Mit welchen anderen Identität*en ist meine Geschlechtlichkeit verbunden? Welche Körper begehre ich? Sagt es etwas über mich aus, welche Körper ich begehre oder nicht? Was erwarten andere von mir aufgrund dessen, was sie sehen? Welche Beziehungen möchte ich führen, mit wie vielen und wie lange?

Wir freuen uns auf euch!

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Viktoria Roesch- „Netzidentität(en)“

Jeden Tag bewegen wir uns im Netz, wir können dort nach Lust und Laune eine (Teil-)Identität von uns konstruieren, ob als politische*r Aktivist*in, als Kreative*r, als offene*r Weltenbummler*in oder als Hedonist*in – Wir können uns Aufmerksamkeit holen, durch Likes, Faves und   Retweets; Wir stellen uns selbst dar, wie wir es gerne möchten, wir   können unser Bild nach Außen lenken. Doch in welchem Verhältnis stehen unsere Netzidentität(en) und unsere „reale Identität“? Können wir virtuelle und reale Welt und somit unsere dort verorteten Identitäten überhaupt trennen. Welche Einflüsse haben Erwartungen auf uns und wie gehen soziale Strukturen damit einher?
In dieser Themengruppe werden wir   versuchen uns diesen Fragen anzunähern, und herauszuarbeiten, wie wir mit unseren erschaffenen Netzidentitäten, ganz nach der Goffman’schen Leitidee „Wir alle spielen Theater“   umgehen können und wo wir unsere Identität und die Darstellung nach außen nicht mehr alleine im Griff haben.

 


Worldcafé am Thementag

Thementag 2015
Hier könnt ihr die Beiträge aus der Pfingstakademie 2015, zum Thema „Wie wir leben wollen – Zukunftsvisionen, Utopien, Alternativen“ lesen:
mit Referent_innen in Themengruppen und am späten Nachmittag in einem Worldcafé mit Gästen/Expert_innen aus Politik und Zivilgesellschaft diskutieren.