Samstag: Thementag

Hier findest du regelmäßige Updates zu den Themengruppen, ihren Inhalten und den Referent*innen. Stay tuned! Am Thementag setzt du dich in Kleingruppen mit einem Teilaspekt von Feminismus auseinander, der Einstiegsvortrag und die Fishbowldikussion für alle rahmen dabei das Programm.

Themengruppen #wsF19:

A) „Grenzenlos Glücklich? Deutschland 30 Jahre nach dem Mauerfall“

Die Mauer ist weg – doch wie vereinigt ist das wiedervereinigte Deutschland? Wer gehört dazu, wer wird/bleibt ausgeschlossen? Wer hat von den Entwicklungen nach der Wende profitiert, wer verloren? Und was können wir für den Abbau von Mauern tun?

Angesichts rassistischer Vorfälle in Chemnitz und der anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen, bei denen Erfolge der AfD erwartet werden, ist vielfach die Rede von einer erneuten Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland. „Das Land war vielleicht nie so versöhnt, wie man dachte”, erklärt Angela Merkel Anfang des Jahres in einem Interview und bezieht sich dabei vor allem auf bestehende Ungleichheiten zwischen Ost und West: Tatsächlich sind In vielen Bereichen Ostdeutsche unterrepräsentiert, verdienen im Durchschnitt weniger als Westdeutsche und haben mit Nicht-Anerkennung und Abwertung zu kämpfen.

Erfahrungen, die denen von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland ähneln, worauf u.a. Prof. Naika Foroutan verweist. Arbeitsmigrant*innen und deren Kinder in Ost- und Westdeutschland hatten jedoch nicht die Möglichkeit, sich auf das neue Nationalgefühl berufen zu können, das die Mehrheit der Deutschen nach dem 9. November 1989 ergriff. Vielmehr wurden sie nach der Wende verstärkt zum Ziel rechter Attacken wie die traurigen Ereignisse von Mölln über Rostock-Lichtenhagen bis zum NSU zeigen. Im Workshop soll es daher nicht nur um die Ost- oder West-Sicht gehen, sondern auch um diejenigen, die im Wiedervereinigungsprozess weitgehend ausgeklammert wurden und sich daher als die eigentlichen Wendeverlierer*innen empfinden.

Wir wollen vor diesem Hintergrund miteinander ins Gespräch kommen, unsere Erfahrungen teilen und gemeinsam Strategien entwickeln, wie wir bestehende Mauern zwischen Ost und West und in der Migrationsgesellschaft überwinden können. Dabei soll es auch um die Frage strategischer Allianzen gehen, um die anti-rechten Kämpfe in Ostdeutschland mit der Perspektive von Rassismuskritik zu verbinden.

 

B) „Bridges and Borders – Wohin steuert Europa?“

Zurück zum Nationalismus oder vorwärts zum vereinten Europa? Wie umgehen mit Rechtspopulismus und Abschottungspolitik? Welche Auswirkungen haben die Ergebnisse der Europawahlen auf zukünftige Entscheidungen? In welchem Europa wollen wir leben und was können uns die Youth Goals mit auf den Weg geben?

Für das europäische Projekt hatte der Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren eine weitgehende Neuordnung zur Folge. Unter dem neuen Namen “Europäische Union” (EU) wurde der Einigungsprozess Westeuropas und die Erweiterung der Integration nach Osten vorangetrieben, die Wirtschafts- und Währungsunion auf den Weg gebracht, der Euro als gemeinsame Währung eingeführt und im Schengener Abkommen die Grenzkontrollen zwischen seinen Mitgliedstaaten abgeschafft.

Die Euphorie, die anfänglich mit der Einführung des Euro verbunden war, ist seit Beginn der “Eurokrise” 2009 allerdings deutlich geschwunden. Nationale Egoismen bestimmen in vielen Mitgliedsländern die Tagesordnung. Nachdem 2015 für einen kurzen Moment die Grenzen für geflüchtete Menschen offen waren, schottet sich Europa nach außen hin wieder zunehmend ab und auch innerhalb Europas entstehen neue Grenzlinien. Mit Großbritannien plant sogar ein Land, die EU wieder zu verlassen.

Kurz nach den Europawahlen wollen wir unter Berücksichtigung der #YouthGoals im Workshop diskutieren, wie es nun mit und in Europa weitergeht.

 

C) „Ausgrenzung und Teilhabe –Auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft

Welche Angebote gibt es, die Partizipation ermöglichen? Wer kann diese problemfrei nutzen und wer muss dafür Hürden auf sich nehmen?  Wie kann eine inklusive Gesellschaft ohne Ausgrenzung und mit Teilhabe aussehen?

Mit Inklusion ist das Ziel verbunden, niemanden auszugrenzen und die Teilhabe für alle in einer Gesellschaft zu ermöglichen. Politisch geht es darum, möglichst viele aktiv in Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse einzubinden.

Tatsächlich bestehen jedoch verschiedene Zugangsbarrieren: Bspw. haben es junge Menschen oft schwerer, sich mit ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Bewohner*innen ländlicher Regionen müssen teils lange Wege auf sich nehmen, um, Beteiligungsangebote zu nutzen. Mädchen und Frauen sind in Entscheidungspositionen häufig weniger vertreten. Auch fehlende Ressourcen, Klassismus und Rassismus erschweren bestimmten Gruppen die gesellschaftliche Teilhabe. Die Liste ließe sich fortführen…

In diesem Workshop wollen wir gemeinsam Wege finden, Beteiligungshürden abzubauen und eine Gesellschaft von allen für alle zu bauen

 

D) „Zwischen Online-Beteiligung und Hate Speech – Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Gesellschaft“

Welche Möglichkeiten bietet das Internet, sich politisch zu informieren und zu beteiligen? Wie kann ich meinem Interesse im Netz Ausdruck verleihen? Wie dabei umgehen mit Hate Speech und Fake News?

Verschiedene Formen digitaler Partizipation und Initiativen wie jugend.beteiligen.jetzt oder openPetition senken die Hürden für Partizipation und ermöglichen direkten Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Durch die Sozialen Medien können Protestaktionen und Hilfsappelle direkt und schnell verbereitet werden. Crowdfunding ermöglicht es dabei neue Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen,.

Gleichzeitig erleichtert das Soziale Netzwerke aber auch die Verbreitung von Falschmeldungen. Hate Speech und Fake News erhalten so große Aufmerksamkeit, auch wenn sie nur von einer Minderheit vertreten werden. Anonymität ermöglicht den Verfasser*innen, sich vor der Verantwortung für den eigenen Inhalt zu drücken.

Auch rechtsextreme und radikale Gruppierungen nutzen die Möglichkeiten, um im Internet bewusst die öffentliche Meinung zu beeinflussen und zu manipulieren. Braucht es daher neue Mauern im Netz? Wo ist die Grenze der Meinungsfreiheit und wann beginnt Zensur? Und wer entscheidet darüber, was gepostet werden darf?

Der Themenworkshop bietet viel Gesprächsstoff und Austauschmöglichkeiten für alle, die sich mit Firewalls, Hatespeech und Partizipation im Netz beschäftigen wollen.