Methodengruppen

Folgende Arbeitsgruppen für die Vermittlung von Methoden und Werkzeugen planen wir für die pfingstAKADEMIE 2017:

  • Projektmanagement
  • Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit
  • Graphic Recording
  • Argumentationstraining gegen Rechts
  • Kreative Protestmethoden
  • Forumtheater

und

  • Online Dokumentation, hier erstellt ihr unter professioneller Anleitung einen Blog zur pfingstAKADEMIE, auf dem ihr über die verschiedenen Aktionen und Angebote berichtet. Dies hat jedoch zufolge, dass ihr sowohl am Thementag als auch am Barcamptag mit Dokumentation und Recherche beschäftigt seid und somit nicht so intensiv in die inhaltliche Diskussion einsteigen könnt. Für angehende Journalist*innen, Reporter*innen und Interessierte jedoch genau das Richtige!

Welche Methodengruppe ihr besuchen wollt, könnt ihr bei der Anmeldung angeben. Wir versuchen möglichst alle Wünsche zu berücksichtigen. Auch in diesem Jahr sind die Methodengruppen wieder ein Angebot, um euch mit der Vermittlung von „Handwerkszeug“ bei euren Projekten und Aktionen zu unterstützen.

Hier folgt nun eine Kurzvorstellung der Dozent*innen und der Methodengruppen.

So könnt ihr schon mal einen ersten Eindruck gewinnen, was euch auf der diesjährigen pfingstAKADEMIE erwartet:

Projektmanagement: Marvin Müller und Frederic Koch

In dieser Methodengruppe möchten wir euch das nötige Werkzeug an die Hand  geben, um euren Ideen Taten folgen zu lassen, „Vorwärts“ zu kommen und Veränderung zu gestalten. Gemeinsam möchten wir ganz praktisch dazu arbeiten, wie man strukturiert Projekte plant und durchführt. Mit den Methoden, die du hier lernst, sollte die Organisation deines nächsten Projekts kein Problem mehr sein!

Zu den Personen:

Marvin Müller ist 19 Jahre alt und macht gerade einen bildungspolitischen Freiwilligendienst in der Slowakei. Seit mehreren Jahren engagiert er sich für Schüler*innenbeteiligung, zurzeit unter anderem im Vorstand des SV-Bildungswerks und in der europäischen Schüler*innenvertretung OBESSU. Hierbei konnte er einige Erfahrung bei der Organisation von Projekten sammeln und gibt dieses Wissen seit 2014 als Trainer für verschiedene Träger*innen weiter.

Frederic Koch ist 17 Jahre alt und besucht die 11. Klasse eines Berufskollegs in Krefeld. Seit mehreren Jahren setzt er sich für mehr Beteiligung von Jugendlichen in der Politik ein. Er war mehrere Jahre lang im Landesvorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW, ist Vorstandsmitglied des SV-Bildungswerk und vertritt das SV-Bildungswerk vor der Europäischen Schüler*innenvertretung OBESSU. Außerdem ist er seit mehreren Jahren in der politischen Bildungsarbeit aktiv.

Öffentlichkeitsarbeit:

Innovation und Kreativität in Öffentlichkeitsarbeit – Vom Projekt zum Publikum

Ich habe eine Projektidee, plane eine Veranstaltung oder möchte einen öffentlichen Diskurs starten. Aber wie erreiche ich potentielles Publikum, wie kommuniziere ich meine Idee in der Öffentlichkeit und wie erreiche ich die passenden Zielgruppen? In dem Workshop werden Best Practice Beispiele für innovative PR-Arbeit an der Schnittstelle von politischen Ansätzen, kulturellen Projekten und Kommunikation vorgestellt. Inspiriert von diesen Beispielen sollen die Teilnehmer*Innen prototypische PR-Konzepte für Projektideen entwickeln und kreative Formen von öffentlichkeitswirksamer Kommunikation erarbeiten.

Zur Person:

Sarah Langnese ist bei dem Berliner Beratungszentrum für Kulturförderung und Kreativwirtschaft – KREATIV KULTUR BERLIN – für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder) und Paris sowie interkulturellen deutsch-französischen Studien in Freiburg und Lyon, übernahm sie bei Public Art Lab Berlin die Produktion und das Projektmanagement im Rahmen von EU-geförderten Kunst- und Kulturprojekten sowie die Kommunikationsarbeit. Seit September 2016 unterstützt sie Kreativ Kultur Berlin in Online- und Offline-Kommunikation sowie in Konzeption und Produktion von Veranstaltungen.

Copyright: Jens Thomas

Graphic Recording: Jonas Möhring

(Live-)Visualisieren: Graphic Recording, Sketchnotes & co. Bei Präsentationen, auf Konferenzen und öffentlichen Diskussionen geht ein Trend um: Das gesprochene Wort wird immer häufiger grafisch aufgezeichnet / begleitet.
In meinem Workshop will ich einen Einstieg ins Visualisieren vermitteln. Themen sind Einsatz von Farbe und Schrift, Figuren. Wir werden auch diskutieren. Schließlich braucht es einen Inhalt, der visualisert werden will.

Zur Person:

Jonas Möhring, Mitbegründer des Kollektivs 123comics. Seit über 10 Jahren sehen wir unsere Aufgabe darin, gesellschaftlich relevante Themen durch unsere Visualisierungen und Comics mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wir machen Trickfilme, Infocomics und zeichnen live auf Tagungen und Konferenzen.

Argumentationstraining gegen Rechts: Maria Seidel

In der Schule, auf dem Sportplatz, beim Einkaufen, in der Bahn…Überall begegnen wir abfälligen und diskriminierenden Äußerungen, die gegen bestimmte Menschengruppen gerichtet sind. Betroffen sind u.A. Ausländer, Schwule, Juden, Frauen, oder Muslime. Häufig überrumpeln uns diese im Alltag und wir sind uns unsicher, was wir auf die Schnelle erwidern sollen. Damit dies besser gelingt, erproben und üben wir in Rollenspielen Reaktionen und Argumentationsstrategien gegen rassistische und rechtspopulistische bzw. rechtsextreme Parolen. Im Mittelpunkt stehen eure biografischen Erfahrungen, Erwartungen und Kompetenzen!

Ziele des Workshops:

  • Die TN haben sich mit den Begriffen Vorurteile, Stereotype und Rollenbilder sowie Diskriminierung auseinandergesetzt und ihre Wirkungsweisen reflektiert.
  • Die Jugendlichen haben ihre eigene Rolle in der Vergabe und dem Erhalt von Vorurteilen hinterfragt.
  • Die TN haben sich aktiv mit rechten und rassistischen Parolen auseinandergesetzt und ihren ?Wahrheitsgehalt überprüft.
  • Die TN kennen konkrete Handlungsmöglichkeiten, Maßnahmen und Argumente gegen rechte und ?rassistische Parolen sowie Grenzen verbaler Erwiderung.
  • Die TN sind motiviert, ihre Möglichkeiten der Einflussnahme durch zivilcouragiertes Verhalten aktiv ?wahrzunehmen.

Zur Person:

Maria Seidel ist freiberufliche Teamerin in der politischen Bildungsarbeit und Trainerin fu?r Berufsorientierung. Sie hat in Berlin Regionalstudien Asien/Afrika (BA) und Kunstgeschichte Afrikas (MA) studiert und sich innerhalb ihres Studiums intensiv mit Rassismustheorien und (Post)kolonialismus auseinandergesetzt. In ihren Workshops und Seminaren verbindet Maria Kreativita?t mit Struktur. Die Bedu?rfnisse und Fragen der Teilnehmenden stehen dabei im Vordergrund. Prozess- und Zielgruppenorientierung, Partizipation und Achtsamkeit liegen ihr sehr am Herzen. Als Trainerin arbeitet sie komplexe Themen methodisch und visuell so auf, dass sie Lern- und Reflexionsprozesse in Gang setzen und Perspektivwechsel anregen.

 

Kreative Protestmethoden: Hanna Poddig

Unterschriften sammeln bringt nichts, Parteipolitik ist unattraktiv, Politiker_innen reden immer nur realitätsfernen Quatsch – sollten wir es also gleich aufgeben, diese Welt verändern zu wollen? Nein! Dieser Workshop zeigt unkonventionelle, kreative Formen von Widerständigkeit. Von Straßentheater über Blockaden, von gefälschten Flugblättern zu Besetzungen, von Massenaktionen hin zu Aktionen, die auch alleine oder mit wenigen Menschen möglich sind. Gemeinsam wollen wir erarbeiten, was euch persönlich aufregt in dieser Welt und wie ihr euch dagegen wehren und für eine andere Welt eintreten könnt. Neben der Vorstellung von Aktionsformen möchte ich mit euch konkrete
Ansätze erarbeiten, die ihr selber umsetzen könnt.

Zur Person:

Hanna Poddig, 31, ist seit vielen Jahren Aktivistin. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Einsatz gegen Atomkraft. Mit Texten, Kletteraktionen, Blockaden, Recherchen, Straßentheater und anderen Aktionen versucht sie sich für eine Energieversorgung ohne Kohle und Atom einzusetzen. Im Jahr 2016 war sie im Kinofilm „Projekt A — Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa“ zu sehen bei einer Ankettaktion eines Urantransports 2012 in Gronau, bei einer Lesung in der besetzten “Stillen Straße“ in Berlin, sowie bei ihrer Haftentlassung aus der JVA Preungesheim in Frankfurt am Main. Zudem schreibt sie für die Zeitschriften grünes blatt und Graswurzelrevolution und
übersetzt im anarchistischen Übersetzer*Innenkollektiv black mosquito.

Quelle: http://feinfrisch.net/

Forumtheater: Christoph Leucht

Was wäre, wenn wir gleich anfangen würden, darüber zu reden, wie wir Ungerechtigkeit überwinden können, anstatt nur zu fragen, ob? Und was, wenn wir es gleich ausprobieren würden anstatt nur darüber zu reden? Und was, wenn Fragen nicht nur Antworten bringen, die entweder richtig oder falsch sind sondern die unterschiedliche Perspektiven und alternative Möglichkeiten aufzeigen? Und wenn dann Fragen, immer wieder neue Fragen und Perspektiven bringen… Das Theater der Unterdrückten fordert das Recht auf Dialog aus der Perspektive derer, die ausgeschlossen, benachteiligt, diskriminiert und als minderwertig angefeindet werden. Dabei inszenieren wir im Forumtheater eine Frage an das Publikum: Wir haben versucht, Unterdrückung zu überwinden und es nicht geschafft – was hättet ihr an unserer Stelle gemacht? Das kann eine ganz konkrete Frage sein, im Kontext von ungerechten Strukturen oder eine Metapher, die die ganz großen Fragen hervorkramt.

Zur Person:

Christoph Leucht, 47, arbeitet seit Mitte der 90er Jahre mit den Methoden des Theaters der Unterdrückten und ist vor 10 Jahren aus Brasilien zurückgekommen, wo er eine Zeit lang die Arbeit des Zentrum des Theaters der Unterdrückten begleitet hat. Seit 2011 betreibt er mit Kolleginnen und Kollegen in Berlin die Theaterwerkstatt KURINGA im Wedding (kuringa.org), die Methoden weiterentwickelt, Kurse zum Theater der Unterdrückten anbietet, Forumtheatergruppen beherbergt und unterstützt und jedes Jahr das Forumtheaterfestival APRIL in KURINGA in Berlin macht. KURINGA ist außerdem Heimat der Berliner Madalenagruppe, die im September das zweite internationale Festival des Theaters der unterdrückten Frauen in den Uferstudios organisiert. Im europäischen TOgether-Netzwerk ist KURINGA an der Produktion des Forumtheatestücks „Hotel Europa“ beteiligt, das in den letzten 5 Jahren von Athen bis Lissabon die Frage nach der Unterdrückung hinter den Krisen Europas diskutiert hat (http://www.kuringa.org/de/together1.html)

 

Journalistisches Schreiben und Dokumentation im Blog: Leonie Geiger und Andi Weiland

Die Blog-AG ist ein durchgängiger Workshop für journalistisch interessierte Jugendliche.
Ziel ist es, während der Pfingstakademie Artikel, Umfragen und mehr zu den einzelnen Programmpunkten, den Inhalten und Beteiligten zu produzieren, dabei die Stimmen und Stimmungen einzufangen und damit ein Dokublog zu füllen. Dabei ist es nicht auf das Schreiben beschränkt, sondern es können auch Videos- und Multimedia-Storys entstehen. Unter Anleitung von Medienprofis erhältst du Tipps fürs journalistische Schreiben, Bloggen und Multimedia-Arbeiten. Die Ergebnisse aus dem letzten Jahr findest du hier: Pfingstakademie 2016