Samstag: Thementag

Hier findest du regelmäßige Updates zu den Themengruppen, ihren Inhalten und den Referent*innen. Stay tuned! Am Thementag setzt du dich in Kleingruppen mit einem Teilaspekt von Feminismus auseinander, der Einstiegsvortrag und die Fishbowldikussion für alle rahmen dabei das Programm.

Keynote/Einstiegsvortrag: Basiswissen Feminismus (mit Marek Sancho Höhne)

Was bedeutet Feminismus eigentlich? Gibt es einen oder viele Feminismen? Was sind wichtige Themen in feministischen Bewegungen? Und was hat Intersektionalität mit Feminismus zu tun?  Und was hat Feminismus  mit Geschlecht zu tun? Was bedeutet Feminismus gesellschaftlich und ganz alltägliche für jede_n Einzelne_n im Alltag? In dem Einstiegsvortrag versuchen wir alle gemeinsam auf einen ähnlichen Wissensstand zu Feminismus zu kommen um anschließend mit vielen Fragen und Ideen in die Workshops gehen zu können.

Marek Sancho Höhne studierte Kulturwissenschaften (Sozialwissenschaften und Kulturgeschichte) und soziokulturelle Studien hauptsächlich in der Kultur- und Sozialanthropologie. Marek Sancho gibt freiberuflich Trainings, Workshops, Weiterbildungen, Lehraufträge, Vorträge, berät, sensibilisiert, publiziert, ist aktivistisch tätig und macht Radio zu den Schwerpunkten trans_gender, Körper, Normalisierung, Antidiskriminierung, Gesundheit, Gewalterfahrung, Biographie – Lebenserzählungen, Migration und (neo)kolonialen Strukturen.

Aktuell promoviert Marek Sancho Höhne unter dem Arbeitstitel „trans_normal? Erzählungen über Be_grenz_ung_en von trans*gender in Deutschland“.

Ich brauche Feminismus, weil wir inklusiven Feminismus brauchen.

Themengruppen #wsfPA18:

A) Feminismus und Sexismus in Popkulturen (mit Tarik Tesfu, Feminist/Content Creator/Gutmensch)

Feminismus meets Internet meets Mainstream meets Yeah! Für mich als Netz-Aktivisten passen Feminismus, Popkultur und Mainstream ganz wunderbar zusammen. Denn wie nice würde unsere Gesellschaft aufgestellt sein, wenn feministische Themen den Mainstream erobern. Kurz gesagt: Es wird allerhöchste Zeit für Femstream: Hurra! Aber wie erreichen wir diese feministische Noch-Utopie? Wie hilfreich (oder auch nicht) sind Feminismus-Shirts bei H&M dabei? Kann, soll, darf oder muss Feminismus überhaupt je Mainstream sein? Was hat Beyoncé mit der Nummer zu tun? Und wie könnt ihr eure feministischen Ideen im Netz verwirklichen?

Tarik Tesfu ist Netz-Aktivist, Video-Kolumnist und Gutmensch. Seit 2015 hüpft er als selbsternannter Gender-Messias durchs Internet und hat dabei eine klare Botschaft: Gender-Love, Amen! On top ist Tarik einer der Hosts von Jäger & Sammler (ZDF), dem investigativen Online-Format auf Facebook und YouTube.

Ich brauche Feminismus, weil er knallt!

Foto: Nadine Schwickart

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B) Feminismus und Islam (Mit Nesreen Hajjaj, in Kooperation mit der Jungen Islamkonferenz)
Debatten um sich oftmals widerstrebende Konzepte innerhalb feministischer und Islamischer Praxis sind gesellschaftlich stark aufgeladen und instrumentalisiert. Oft genug hören wir von schlimmen Geschichten, die jenseits von wahr und falsch sind und zudem aus Perspektiven geschrieben werden, die es erst zu erfassen gilt. In meinem Workshop möchte ich gerne die zwei großen Worthülsen Feminismus und Islam mit Leben füllen. Gerne möchte ich ein Abbild aus der Historie machen, in die Gegenwart eintauchen, in die Welt von jungen muslimischen Feministinnen blicken und stets die Möglichkeit für Fragen möglich machen.

Mein Name ist Nesreen und ich bin 25 Jahre jung. Ich habe mich schon ganz früh dafür entschieden, dass ich die Welt verbessern will. Anfangen damit möchte ich mit mir selber und dann gebe ich mir Mühe den Menschen um mich herum so oft es geht ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sie glücklich zu machen und Menschen mit meinem Wesen zu überraschen. Ich arbeite derzeit für das Berliner jugendFORUM 2018 in den Bereichen Programm und Community. Ich bin zudem verheiratet und bin waschechte Berlinerin aus Berlin Spandau.

Ich brauche Feminismus, weil ich ein Mensch bin und nicht NUR eine Frau.

Hinweis: Wir wissen, dass auch über die Verknüpfungen und Verbindungen zwischen Feminismus und anderen Religionen geredet werden soll und muss. Gern möchten wir euch dazu einladen, das große Thema “Feminismus und Religion” beim Barcamptag zu vertiefen.

C) Antifeminismus in der Neuen Rechten (Mit Teresa Sündermann)
Rechtspopulist*innen, rechte und rechtsextreme Politiker*innen provozieren immer stärker mit ihren Polarisierungen und erweitern damit ihren Einflussbereich. Genderpolitik, Gender Mainstreaming und Gleichstellungspolitik werden zu ideologischen Feindbildern stilisiert, Frauen* werden bis hin zur Entmenschlichung objektiviert. Woher kommt diese Argumentationsweise? Worauf zielt sie ab? Welches Menschenbild versuchen Akteur*innen der Neuen Rechte damit zu verbreiten? Woran erkenne ich Antifeminismus – und was kann ich dagegen tun?

Teresa Sündermann ist eine freie Bildungsreferentin aus Berlin. Sie arbeitet zu unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Themen, wie Vorurteile und Diskriminierung, Rassismus, Hate Speech oder Rechtsextremismus – und das am liebsten in interaktiven Workshops mit Jugendlichen. Nebenbei studiert sie noch in Frankfurt (Oder) den Master “Soziokulturelle Studien”.

Ich brauche Feminsmus, weil wir gleiche Rechte, gleiche Repräsentation, gleiche Möglichkeiten und gleiche Bezahlung wollen – und keine Rosen zum Frauen*tag.

D) Kritische Männlichkeiten* (Mit Thomas Viola Rieske – Dissens e.V.)
In diesem Workshop wollen wir der Frage auf den Grund gehen, was Männer* mit Feminismus zu schaffen haben. Dürfen, sollen oder müssen auch Männer* Feministen sein? Wie können feministische Allianzen geschmiedet werden? Was braucht es von ihnen um Geschlechterrollen aufzubrechen? Wo geschieht dies bereits und wo nicht? Und wo spielt Männlichkeit* im Alltag eine (unbewusste) Rolle?

Thomas Viola Rieske ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Flensburg im Forschungsprojekt “Jungen und Bildung. Männlichkeiten in pädagogischen Institutionen”. Er arbeitet seit mehreren Jahren zu den Themen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, Jungen und Bildung, Reflexion von Männlichkeiten in Bezug auf Bildung, Gewalt und Arbeit.

Ich brauche Feminismus, weil er mein Engagement für ein gewaltfreies Leben  inspiriert.

 

Fishbowldiskussion: Angriff auf die sexismusfreie Gesellschaft?
Zum Verhältnis von Feminismus und Antirassismus

Ob die Silvesternacht 2015 in Köln, sexuelle Übergriffe durch Geflüchtete im Jugendkulturzentrum Conne Island in Leipzig oder Diskussionen um die Türpolitik des queeren Clubs SchwuZ in Berlin: Viele Debatten um diese und andere Ereignisse haben sichtbar gemacht, dass Sexismus und Rassismus stark miteinander verschränkt sind. Als Antwort darauf versammeln sich auf der einen Seite Feminist*innen, um #ausnahmslos gegen alle Formen sexualisierter Gewalt, Sexismus und Rassismus vorzugehen. Auf der anderen Seite bringen sich rechte PolitikerInnen in Stellung, die von “Sexismus als Importware” sprechen und ganze Bevölkerungsgruppen so pauschal abwerten.

Sind die Antworten so einfach? Das Verhältnis zwischen Sexismus und Rassismus ist komplex, schwierig und in manchen Situationen nicht einfach zu verstehen. Dabei ist Sexismus selbstverständlich kein neues Phänomen. Wie kann die Schockstarre über dieEreignisseüberwunden werden? Brauchen wir einen antirassistischen Feminismus? Oder einen feministischen Antirassismus? Wie kann verhindert werden, dass die eine Diskriminierung gegen die andere benutzt wird? Und: Wie kann ich sexistischem Verhalten entgegnen, ohne in rassistische Stolperfallen zu geraten?

Moderation:

Elisabeth Zschache, freiberufliche Moderatorin und Referentin für Bildungsarbeit, Philosophin, Leidenschaft für Partizipation & Aushandlungsprozesse

Ich brauche Feminismus, weil ich ein gutes Leben für alle will.

 

 

 

Jörg Humrich, stuhlkreis_revolte

 

 

 

 

 

 

Gäste:

Gizem Adiyaman, DJ, Aktivistin und Mitbegründerin des Partykollektivs Hoe_mies

Ich brauche Feminismus, weil er Wegbereiter zur Gleichstellung aller Geschlechter ist.

 

 

 

 

 

Sibel Schick, freie Journalistin (u.a. taz.die tageszeitung) und Teil der “Neuen Deutschen Medienmacher”

Ich brauche Feminismus, weil, sowie die Demokratie, braucht auch die Geschlechtergleichheit permanente Pflege.

 

 

 

 

June Tomiak, MdA, Bündis’90/Die Grünen, Sprecherin für Jugend und Strategien gegen Rechtsextremismus

Ich brauche Feminismus, weil wir Sexismus intersektional bekämpfen müssen. Feminismus kann nur inklusiv sein, wenn er Mehrfachdiskrimierungen mitdenkt und bekämpft.

 

 

 

Till Randolf Amelung, Referent für LGBTI, Diversity, Behinderung und Gleichstellung, Autor (u.a. in “Beißreflexe – Kritik am queeren Aktivismus, autoritären Sehnsüchten, Sprechverboten”)

Ich brauche Feminismus, weil ich eine gerechtere Gesellschaft will.

Foto: Doris Belmont

Abendprogramm
Improtheater mit Doreen Wermelskirchen

Ich bin Schauspielerin, Sängerin, Theaterpädagogin und Coach und brenne fürs Theaterspielen – und liebe es, diese Leidenschaft weiterzugeben. Ein großer Fokus meiner Arbeit liegt auf dem Improtheater (ich bin seit vielen Jahren Ensemblemitglied bei den Improvisionären), weil man mit Leichtigkeit und Spaß komplexe Themen behandeln kann. Wie zum Beispiel Feminismus. ;-)

Ich brauche Feminismus, weil ich entscheiden will, worauf ich Bock hab.

doreenwermelskirchen.de // improvisionaere.com