Teambuilding und Führung, 2008

Teambuilding und Führung, 2008

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Referenten: Florian Dieckmann und Stephan Schilling
(Dieckmann & Schilling GbR Coaching . Consulting . Communication)

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„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen“, wusste schon Antoine de Saint-Exupéry, „sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Der Buchautor ist weltweit bekannt, seine populärste Figur ist „Der kleine Prinz“. Doch was zunächst nach Kinderbuch aussieht, beinhaltet tiefe philosophische Weisheiten.

Weisheiten, die in allen möglichen Lebensbereichen greifen können – und nicht nur im Schiffbau. Andere Menschen zu motivieren, sich mit einer Sache zu identifizieren und diese mit vollem Elan voranzutreiben, ist in der Projektarbeit essentiell wichtig, und stellt daher auch ein Thema auf der Pfingstakademie dar. Wie man Teams motiviert und richtig führt, wissen Florian Diekmann und Stephan Schilling aus eigener Projekt-Erfahrung. Langjähriges Engagement in der Servicestelle Jugendbeteiligung, in Jugend-Parteiorganisationen oder bei Youth Bank zeigen, dass Teams immer nach einem ähnlichen Muster funktionieren – und dieses Wissen geben die beiden Jugendlichen in ihrem Workshop „Team Building“ weiter: „Am Anfang steht die Forming-Phase“, weiß Florian Diekmann. „Das ist die Phase des Kennenlernens, in der zunächst Unsicherheit herrscht.“ Auf „Forming“ folgt „Storming“, eine Phase, in der die Teammitglieder voller Enthusiasmus das eben gesteckte Ziel verfolgen, und dabei auf erste Probleme stoßen: Was, wenn nicht alle der gleichen Meinung sind? Was, wenn mehrere Leute die Rolle des Alpha-Tieres für sich beanspruchen? Und was, wenn zwischenmenschliche Konflikte zu Tage treten? „Beim Teambuilding ist die Storming-Phase der kritische Abschnitt“, so Florian Diekmann. Ist diese durchlaufen, schnurrt die Gruppe. In der „Norming“-Phase werden eingespielte Arbeits-Rhythmen gefestigt, Teammitglieder haben ihren Platz und ihre Rolle gefunden und arbeiten zielstrebig weiter. Den Höhepunkt hat das Team in Phase Vier erreicht, Florian nennt es die „Performing“-Etappe: Die Aufgabenbewältigung verläuft zügig, und Rollen können sogar zwischen Personen wechseln. In Phase Fünf, „Adjourning“ genannt, löst sich das Team auf, einzelne Mitglieder finden neue Aufgaben, eine wichtige Herausforderung ist das nachhaltige Wissens-Management.

Das Wissen um diese vier Phasen ist ein Handwerkszeug, dass Florian Diekmann und Steohan Schilling ihren Teilnehmern mit auf den Weg geben. Wer ein Team führen will, muss einschätzen können, in welcher Phase sich seine Gruppe gerade befindet, welche Entwicklungen daher gut sind für die Zusammenarbeit, und welche nicht. Eine weitere Grundregel ist: Allwissenheit gibt es nicht. Auch ein Teamleiter kann nicht alles wissen und sollte deshalb die Vorschläge seiner Mitarbeiter berücksichtigen. „Das bedeutet nicht, dass er alle Vorschläge umsetzen muss“, wirft Florian Diekmann ein. Wichtig ist vielmehr, eine Moderatorenrolle einzunehmen: Feedback sammeln, auswerten, abwägen – und dann entscheiden. Nur so kann man bei der Entscheidungsfindung möglichst alle Teammitglieder an Bord behalten. Denn am Ende ist es doch so ein bisschen wie bei der Seefahrt: Alle teilen die Sehnsucht nach dem Meer. Alle helfen beim Schiffbau mit. Und deshalb will auch keiner am Strand zurückgelassen werden.

Das Handout der Referenten zum Workshop findet ihr hier.

Und das sagt Referent Stefan Schilling zur Pfingstakademie 2008 insgesamt.