Barcamp – was ist das? Und ist das gut?

PfingstAKADEMIE, Tag 3. Die Sonne scheint auf den Wannsee, eine Gruppe trinkt Kaffee und unterhält sich angeregt, auf dem Tagesprogramm stehen die Punkte „Ninja“ und „Untenrum Frei“. Warte, was? Richtig gelesen! Ein ganz normaler Tag beim Wannseeforum. Wie jedes Jahr findet ein „Barcamptag“ statt, bei dem die Inhalte von den Teilnehmer*innen selbst entwickelt werden. Was zunächst etwas merkwürdig klingen mag, ist ein inklusives Methodenkonzept mit flachen Hierarchien und steilen Thesen.

Von Lennart Zander, 20. Hat mal wieder Club Mate probiert – und mag sie immer noch nicht. Diese Mauer konnte er also leider nicht überwinden.

Beim Barcamp der pfingstAKADEMIE finden von morgens bis abends verschiedenste Workshops statt. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied zu den anderen Tagen: Die Themen werden von uns Teilnehmer*innen selbst frei gewählt und umgesetzt. Ich denke, dass dadurch flache Hierarchien gefördert werden, da der Umgang miteinander locker und entspannt ist. Das muss natürlich nicht immer so sein, jedoch wird es durch den Aufbau dieser Methode unterstützt. Es liegt viel Potenzial im Barcamp Format, wodurch die Kreativität der Teilnehmer*innen gefördert wird. Es können Themen behandelt werden, die ansonsten unter den Tisch gefallen wären. Insbesondere sehr spezifische, aber auch sensible Thematiken können so an Bedeutung gewinnen. Natürlich können Workshops, die auf den ersten Blick skurril oder unnötig erscheinen, auf den Plan treten, aber das spiegelt doch gerade den Horizont der pfingstAKADEMIE-Teilnehmenden wieder. Denn von Acro-Yoga bis hin zu dem politischen Workshop „Zur Party! Zur Party?“ (richtig gelesen, aber beschäftigte sich tatsächlich mit dem Parteiensystem), war alles dabei. „Ninja“, „Wie ist es eigentlich mit dieser Menstruation?“ oder „Untenrum Frei“ spiegeln die Diversität der Interessen wieder.

Durch die Vielzahl der Workshops sind alle Beteiligten freier in ihrer Auswahl – egal ob man selbst ein Thema vorschlägt und damit Raum für die eigenen, individuellen Gedanken schafft oder einfach an einer Session teilnimmt. Die einzige Bedingung für die Teilnehmer*innen ist, dass sie aktiv die Workshops verfolgen oder sich noch mehr engagieren und sogar selbst einen leiten. Dieses Format verteilt daher die Verantwortung von einzelnen Organisator*innen zu den Teilnehmer*innen. Insgesamt liegt in dieser Methode viel Potenzial, aber auch eine gewisse Verantwortung der Teilnehmer*innen. Doch auch 2019 haben wir von der pfingstAKADEMIE uns voll ins Zeug gelegt und konnten so den Tag zur Freude aller nutzen.