Feminismus meets Popkultur

Am Thementag der 18. Pfingstakademie wurde Feminismus auch im Rahmen eines Workshops mit dem YouTuber Tarik Tesfu diskutiert. Dabei stand die Verknüpfung von Feminismus und Popkultur im Mittelpunkt. Es zeigte sich: Feminismus ist bei weitem kein Nischenthema mehr und selbst weltweit agierende Unternehmen oder auch Kunstschaffende werden darauf aufmerksam. Ein Bericht aus dem Workshop “Feminismus und Popkultur”.

Von Julian B. (Feminismus ist für mich eine notwendige gesellschaftliche Entwicklung, die Gleichberechtigung, Gleichheit aber auch Individualität und Freiheit in den Mittelpunkt stellt und somit für eine tolerante und bunte Gesellschaft wirkt.)

Moment… wer trifft da eigentlich wen? In der Kennlernrunde haben die Teilnehmenden des Workshops mit dem Youtuber Tarik Tesfu, ihre Vorstellungen zu den Begriffen „Feminismus“, „Popkultur“ und „Popfeminismus“ in Gruppen diskutiert und daran anknüpfend auch in der großen Runde. Das Ergebnis war dabei keineswegs einheitlich, aber umso aussagekräftiger. Die Gruppe ist sich einig gewesen, dass sie keine allgemein geltenden Definitionen für die o.g. Begriffe bilden können. „Es wäre eine Utopie, für alle Menschen dieselbe Definition von Feminismus festsetzen zu können“. Besonders Feminismus verbinden alle mit individuellen Erfahrungen und haben dadurch eine eigene Definition gebildet. Stars wie Adele, Pink und Madonna setzen sich auf verschiedenste Art und Weise für Frauen ein und können je nach Definition dem Feminismus zugeordnet werden. Aber viel wichtiger als das Definieren eines Wortes ist der Gedanke und Wille, der dahinter steckt. Alle, die sich für Frauenrechte, Gleichberechtigung, Freiheit und Individualität einsetzen, leisten einen starken Beitrag. „Feminismus kann sehr intersektional sein“ ist beispielsweise eine Aussage aus dem Workshop, die darauf hinweist, dass es einige Verbindungen von Feminismus hin zu Themen wie Antirassismus oder Antikapitalismus gibt.

„Auch Gutmenschen verhalten sich aufgrund ihrer Herkunft und aufgrund ihres Umfeldes mal rassistisch“. Tarik Tesfu ist selbst viel in den sozialen Netzwerken, insbesondere auf Youtube aktiv und leistet dabei einen Beitrag, der mittlerweile eine Vielzahl von Interessierten oder auch Betroffenen erreicht. In den selbst ernannten „Krisen“ zu Aspekten wie Gender und Anti-Feminismus produziert er Videos und geht auf aktuelle Geschehen aus diesen Bereichen ein. So findet sich in seinen Videos auch eines zu der letztjährigen Werbekampagne „Act like a lady“ vom Modehändler H&M, in dem er seine persönliche Perspektive dazu beleuchtet. Auch ein Song von Jennifer Rostock („Hengstin“) wurde in der Gruppe vielseitig diskutiert. Sie singt darüber, dass sie sich nicht unterdrücken lassen wird und setzt auf ihre eigene Stärke, indem sie durch das Video mächtig, aber auch freizügig in Szene gesetzt wird.

Sowohl die eben genannten Videos als auch Inspirationen von Tarik dienten als dem Workshop als Grundlage. Denn im zweiten Teil des Workshops waren nun die Teilnehmenden gefragt. Ziel war es, völlig frei eine selbst ausgedachte Kampagne zu konzipieren und dann im Rahmen eines Pitches der Gruppe zu präsentieren. Rückblickend zeigt sich, dass es äußerst vielfältige und gut durchdachte Ideen gab: Von Podcasts über aufklärende Snapchat-Filter hin zu einer Video-Kampagne auf Facebook wurden die verschiedensten Konzepte vorgestellt. Doch auch die unterschiedlichsten Ideen hat eines vereint: Nämlich die Motivation, Feminismus einer ausgewählten Zielgruppe näher zu bringen und damit ein Statement zu setzen. Als Teilnehmer des Workshops lies sich diese Dynamik und Motivation gut beobachten.

Tarik hat uns einen gut strukturierten und angenehm moderierten Workshop geboten – Es war für mich persönlich eine schöne Inspiration. Denn im Rahmen des Workshops habe ich viele Perspektivenwechsel erlebt, wobei ich einige Erkenntnisse sammeln konnte, über die ich im Nachgang gerne philosophieren möchte. Viel Spaß hatte ich dabei, das Kampagnenkonzept zu erstellen, da wir dabei äußerst kreativ und frei arbeiten konnten. Ich war begeistert darüber, dass die Gruppenmitglieder und ich unsere Idee am liebsten sofort umgesetzt hätten, da wir selbst viel Motivation dafür entwickelt haben.

Foto: AK Rockefeller / Flickr.com (CC by 2.0)