Themengruppen 2012

In den Themengruppen
diskutiert ihr aus unterschiedlichen Blickwinkeln
das Thema der Pfingstakademie 2012
: ENERGIEwENDE.

Eure Fragen und Diskussionsergebnisse könnt ihr
am Abend von 19.00 bis 21.00 Uhr in den
politischen Diskussionsabend
mit ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft und Forschung einfließen lassen.
Mit dabei sind  Julia Junge, Leiterin der Geschäftsstelle klima-allianz deutschland
und Peter Masloch, Vorstandsmitglied der BürgerEnergie Berlin eG i.G.
u.a.

 

Der politische Diskussionsabend 2012 ist als Fishbowl-Diskussion geplant, die von Florian Dieckmann moderiert wird.


Themengruppen 2012

 

Der Thementag startet mit einem Referat, um einen ersten
Einstieg in das große Thema der ENERGIEwENDE
zu wagen.

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Die Energiewende: Großprojekt einer Gesellschaft
Eine große Mehrheit in Deutschland fordert die Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien. Aber was wir tun müssen liegt bei den meisten Menschen noch im Dunkeln.

Weg von den fossilen Energieträgern
Klar ist, dass wir einen Weg finden müssen unsere Energie ohne Kohle oder Öl zu produzieren. Dafür muss die gesamte Gesellschaft einen Beitrag leisten und natürlich müssen auf diesem Weg noch einige Hindernisse überwunden werden.

Die große Speicherfrage
Eine der zentralen Fragen auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren Energien wird die Frage sein, wie wir die überschüssige Energie an wind- und sonnenreichen Tagen für Flauten der regenerativen Energieerzeugung speichern. Welche Ansätze gibt es bereits und wie können wir den Verbrauch steuern, um möglichst wenig Speicherkapazitäten aufbauen zu müssen?

Zentral vs. Dezentral
Die bisherige Infrastruktur ist auf eine zentrale Energieerzeugung ausgelegt. Projekte wie „Desertec“, stehen repräsentativ für die Frage: Wollen wir die zentralisierte Struktur mit den Potentialen der Energiekonzerne aufrecht erhalten oder setzen wir auf viele kleine lokale Lösungen mit Initiativen und Stadtwerken?


(Bildquelle: privat)

Emanuel Fischer gibt am Thementag einen Einführungsinput und leitet die Themengruppe Forschung “Technischer Stand und Zukunftsszenarien – was ist möglich?”:
Er studiert in Magdeburg Umwelt- und Energieprozesstechnik, engagiert sich im Studierendenrat und der Grünen Jugend und freut sich auf den Tag an dem die Energieversorgung durch 100% Erneuerbare Energien gewährleistet wird.

 

 

Wirtschaft:
Lokale und globale Unternehmen – Kosten, Nutzen, Konsequenzen?

“Energie ist ein wichtiger Faktor in jeder Volkswirtschaft – von der großen Chemiefabrik bis hin zum kleinen Bäcker und in Privathaushalten – denn sie wird fast immer benötigt. Zu Beginn des Workshops wird erst einmal eine kleine Einführung in das Thema gegeben. Was bedeutet und umfasst eigentlich der Begriff „Energiewirtschaft“? Wie ist die Energiewirtschaft lokal und global organisiert?

Was die Energiewende aus wirtschaftlicher Sicht bedeutet und wie die verschiedenen Wirtschaftsfaktoren zusammenhängen, werden wir gemeinsam in kleinen Diskussionsrunden und Übungen herausfinden. Wer profitiert von der Energiewende? Gibt es Verlierer? Was verändert sich durch die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien aus wirtschaftlicher Sicht? Gemeinsam werden wir diese Fragen mit Hilfe einiger Szenarien durchspielen und -denken.”

Ory Daniel Laserstein hat Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschaft studiert. Durchs Schülerzeitungsmachen kam der 26-Jährige zur Jugendpresse Deutschland. Dort hat er sich für junge Medienmacher engagiert – u.a. in seiner Funktion als Bundesvorstand.
Nun arbeitet er als Referent für Online-Medien beim BDEW, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft und hat nun auch beruflich mit der Energiewende zu tun. Und wenn Ory mal abschaltet, dann gern mit einem guten Buch zuhause auf der Couch.

Politik: Parteien/NGOs und ihre Positionen – wer steht wofür ein?

Die problematischen Folgen der schwindenden Ressourcen sind spätestens 1972 mit dem Bericht “Grenzen des Wachstums” des Club Of Rome in der öffentlichen Debatte angekommen. Nach der Erkenntnis, dass der Raubbau an der Erde nicht lange gutgehen kann, werden Gremien gegründet, Beschlüsse gefasst, Konferenzen abgehalten. Wirklich verbindliche Entscheidungen auf hoher Ebene wird die Politik in den nächsten Jahrzehnten allerdings kaum zustandebringen.
Fast 40 Jahre später wird in Deutschland ein beachtlicher energiepolitischer Entschluss gefasst: Nach einem Super-GAU in Japan und auf massiven Druck der deutschen Bevölkerung ändert die Bundesregierung ihren kernenergiefreundlichen Kurs und ruft die Energiewende aus: Bis 2022 soll in Deutschland das letzte Atomkraftwerk vom Netz genommen sein, bis 2050 sollen die Erneuerbaren Energien die fossilen Energieträger komplett abgelöst haben. Während die Umweltverbände diesen Schritt als längst überfällig ansehen, warnen Kritiker vor Versorgungsengpässen. Die größte Wirtschaftsnation Europas ist dabei, Geschichte zu schreiben – mit einer Pionierleistung oder mit einer Pleite?

Unser Workshop wird mit einen Überblick über die Wahrnehmung der Energiewende aus Sicht verschiedener NGOs und Akteur_innen beginnen, um sich anschließend mit zwei Fragen zu beschäftigen:

Erstens: Wie werden wir in 30 Jahren als Gesellschaft mit Energie umgehen?
Die Glaskugel müssen wir dafür nicht auspacken – stattdessen wagen wir mithilfe der Szenarioentwicklung einen Blick in verschiedene mögliche Zukünfte. Werden wir 2040 mit den Erneuerbaren grenzenlos mobil sein, oder werden wir die Ressourcen bis auf den letzten Öltropfen ausgebeutet haben?

Zweitens: Wo können wir konkret ansetzen, um die Zukunft zu gestalten?
Wie können wir unseren Energiebedarf in den nächsten Jahrzehnten so decken, dass alle ein Stück vom Ressourcenkuchen abbekommen? Welchen Hürden begegnen wir als NGOs und engagierte Bürger_innen, und wo können wir ansetzen, um sie zu überwinden?

Das Ziel der Veranstaltung ist ein Bewusstsein dafür, welche Herausforderungen auf uns zukommen, und wie wir ihnen gemeinschaftlich begegnen können. Im Kleinen wie im Großen müssen wir unsere Lebensweise ändern – im Workshop entwickeln wir Anstöße, um die ersten Schritte dazu zu machen.


Wenn man mit Christoph Aberle telefoniert, sitzt er wahrscheinlich gerade im Zug. Als Pendler zwischen seiner Heimat Hamburg, der Leuphana Universität Lüneburg und verschiedenen Tagungen in Europa hat er seinen Arbeitsplatz meistens im Großraumabteil hinter dem Speisewagen.
Während seines Zivildiensts im Umweltschutz verfestigte sich Christophs Wunsch, die nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Nachdem seine Sitzblockaden im Wendland meist von bescheidenem Erfolg sind, setzt der 22-jährige zusätzlich auf die langatmige Strategie: Als angehender Wirtschaftspsychologe und Nachhaltigkeitswissenschaftler will er unsere Lebensweise auf dem Planeten Erde auf gesellschaftlicher Ebene hinterfragen – und bestenfalls in eine richtige Richtung bewegen. Mit Guerilla Gardening, professioneller Nachhaltigkeitskommunikation und Sinn für Humor begegnet Christoph den Problemen unserer Zeit. Seinen persönlichen Ausgleich erreicht Christoph beim Segelurlaub in Skandinavien und bei der Arbeit mit Honigbienen.

Forschung:
Technischer Stand und Zukunftsszenarien – was ist möglich?

Wie können wir die Energie von Sonne und Wind speichern?
Wie funktionieren solche Speicher?
Wie können wir unseren Energieverbrauch senken?
Können wir den Energieverbrauch an Sonne und Wind anpassen?
Können wir völlig neuartig erneuerbare Energie produzieren?
Welche Materialien brauchen wir für all das und sind diese nicht viel zu selten?

Dies sind nur ganz wenige Fragen auf die die Forschung Antworten finden muss, damit das Ziel 100% erneuerbarer Energieversorgung realisiert werden kann. Die Ansätze sind kreativ und oftmals überraschend, aber leider auch viel zu häufig noch nicht ausgereift.
In diesem Workshop sollen einige der obigen Fragen aufgegriffen und gemeinsam angeschaut werden, mit welchen Lösungsansätzen sich die Forschung intensiv beschäftigt und welche spezifischen Probleme gelöst werden müssen. Außerdem sollen grundlegende Prozesse der Energieerzeugung und Speicherung vermittelt werden.

mit Emanuel Fischer (siehe oben)

Politischer Diskussionsabend: 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Gäste:

 

Gestaltung

Fishbowl (auch Innen-/Außenkreis-Methode) ist eine Methode der Diskussionsführung in großen Gruppen. Die Methode hat ihren Namen nach der Sitzordnung: sie gleicht einem Goldfischglas, um das die Teilnehmer_innen im Kreis sitzen.
Bei der Fishbowl-Methode diskutiert eine kleine Gruppe von Teilnehmern des Plenums im Innenkreis exemplarisch die Thematik, während die übrigen Teilnehmer in einem Außenkreis die Diskussion beobachten. (Quelle: Wikipedia)

Bei unserer Fishbowl-Diskussion wird es ein bis zwei freie Plätze im Innenkreis geben, die Teilnehmer_innen einnehmen können, wenn sie zur Diskussion beitragen möchten.
Moderiert wird die Fishbowl-Diskussion durch Florian Dieckmann.