Archiv für den Autor: Fabian

Startschuss für die #wsfPA18

“Ich fänd’s unanständig kein*e Feminist*in zu sein” 
– Sookee –

Es geht los, wir sind (fast) soweit: Die 18. pfingstAKADEMIE Jugendbeteiligung steht in den Startlöchern. Ganz im Sinne der Berliner Rapperin Sookee sehen wir uns zu Pfingsten für jede Menge Input, Austausch und Fortbildung rund um die verschiedenen Facetten von Feminismus.
Das wird schön!

Die wichtigsten Infos und hard facts findest du bereits hier auf unserer Website. Stay tuned: Wir ergänzen regelmäßig, welche Referent*innen mit dabei sind und welche Schwerpunkte sie in den Gruppen legen.

18. pfingstAKADEMIE Jugendbeteiligung
“100 Jahre Frauenwahlrecht – Feminismus damals, heute und morgen”
18.-22.05.2018 // Stiftung wannseeFORUM Berlin

 

Thementext 2017

Wir(r) sind die Alternativen – Politische Orientierungen in Krisenzeiten

Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Vielfach ist die Rede von einem uns bevorstehenden epochalen Umbruch, unklar bleibt jedoch, wohin die Reise geht. Die verschiedenen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen führen zu Unübersichtlichkeit, Unsicherheit, teilweise Orientierungslosigkeit. Deutlich wird, dass gesellschaftliche Widersprüche ein Interesse an politischen Veränderungen bzw. Lösungen hervorrufen, die Antworten fallen allerdings recht unterschiedlich aus. Je nach Perspektive und Interesse werden bestimmte Krisenanzeichen in den Vordergrund gerückt und daraus unterschiedliche Handlungsoptionen abgeleitet. So fällt es schwer, den Überblick zu behalten, um die Richtung politischen Engagements zu bestimmen. Wo lässt sich ansetzen? Wer oder was hindert uns an einem gerechten und friedlichen Zusammenleben? Wogegen protestieren – mit welchen Zielen?

Das sind Fragen, die die 17. pfingstAKADEMIE aufwerfen möchte, um das Thema Jugendbeteiligung in Zeiten zu diskutieren, in denen mit dem Erstarken rechter Bewegungen eine ganz neue Dynamik in die Debatte um politische Partizipation Einzug erhält. Auf einmal beteiligen sich wieder mehr Menschen an politischen Willensbekundungen, gehen demonstrieren und machen von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das jedoch teils mit fremdenfeindlichen Parolen und menschenfeindlicher Hetze auf Stimmenfang gegangen wird, ist die Kehrseite der Medaille.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in den USA aber auch in Bezug auf den Aufstieg rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien in Europa wollen wir uns vor der Bundestagswahl im Herbst 2017 ein Bild der aktuellen Krisensituationen machen, politische Phänomene wie Rechtsextremismus und Rechtspopulismus genauer anschauen sowie Ursachen, Gegenstrategien und politische Alternativen diskutieren.

Am Samstag, dem Thementag, werden wir uns daher nach einem gemeinsamen Einstieg in drei Themengruppen folgenden Schwerpunkten widmen:

  • Wirre Zeiten? – Wirtschaftskrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise, Demokratiekrise… Welche Krise?
  • Wirr ist das Volk? – Rechtsextremismus und Rechtspopulismus: Ursachen, Erscheinungsformen, Gegenstrategien?
  • Wirr weiter? – Neue Proteste und politische Alternativen: Woran und wie sich beteiligen?

Ziel der Themengruppen ist es, eigene Fragen und Positionen zu erarbeiten und diese in die politische Diskussionsrunde mit Gästen aus Politik und Zivilgesellschaft am Nachmittag einzubringen. Bei der pfingstAKADEMIE 2017 planen wir dafür erstmals die Methode der „Asamblea“ durchzuführen, wie sie im Zuge der Protestbewegungen auf Spaniens öffentlichen Plätzen 2011 erprobt wurde und seitdem weltweit Anwendung findet. Mit der Diskussionsrunde endet der Thementag, aber selbstverständlich wird das Schwerpunktthema im gesammten Programm immer mal wieder eine Rolle spielen. Bspw. seid Ihr herzlich eingeladen, eigene Sessions beim Barcamp dazu anzubieten. Wir freuen uns auf Eure ideen!

Barcamp 2017

Am Barcamptag bestimmt ihr selbst die Themen und Art der Sessions/Workshops.

sessionplan-1

Foto: Sessionplan 2016: Hier findet ihr ein Einblick zu einigen Sessions 2016
Witzig: Die Pfingstakademie in Sketch Notes
Heute kaufe ich mir eine Tüte Glück.

Am Barcamptag übernehmen wir die Vorstellung der Methode und stellen einen Zeitrahmen und Räume  für eure Barcamp-Session-Angebote bereit.
Wenn ihr eine Teilnahme plant, könnt ihr hier klicken um eure Sessionvorschläge einzutragen.

Was ist eigentlich ein Barcamp? Lightwerk erklärt es in 1:35 min auf youtube:

Barcamp-Angebot heißt,

  • dass ihr ein Thema vorschlagt und es mit anderen Teilnehmenden, die sich dafür interessieren,  ca. 45 min bearbeiten/diskutieren könnt.
  • Wer wann dran ist, richtet sich nach dem Interesse und damit der Gruppengröße/Räumen.
  • Die zeitliche und räumliche Einteilung machen wir vor Ort bei der Pfingstakademie.

Das Themenspektrum kann sehr breit sein und hängt von euch ab. Zur Orientierung hier einige Anregungen:

    • Vorstellung von Projekten z.B. das Medienprojekt tonic als Zusammenschluss junger Nachwuchsjournalisten
    • Diskussion/Austusch über Grundsätzliches und/oder Praktisches wie z.B. die Frage nach der Zukunft des Ehrenamtes von Jugendlichen angesichts immer knapperer Kassen oder über Erfahrungen und Tipps  z.B. zur  Organisation einer Kampagne oder dem Umgang mit Lokalpresse
    • Ideen/Vorhaben wie z.B. Ideensammlung für ein deutsch-russisches Austauschprojekt
    • anderer/s Beitrag/Angebot

Erste Vorschläge könnt ihr hier posten. Wir sind gespannt!

Während der Pfingstakademie wollen wir möglichst viel online dokumentieren, damit ihr die entwickelten Ideen, Projekte und mehr auch hinterher nutzen und/oder weitergeben könnt.

Wie lege ich ein Etherpad für die gemeinsame Online-Doku von Workshops an?
In einem Etherpad können alle gleichzeitig schreiben

Anlegen des Etherpads auf http://yourpart.eu:
– als Namen das Hauptthema der Session eingeben
– URL des Etherpads an das Dokuteam schicken (Mail-PA-Team)

edupad.ch/pa17_ + Schlüsselbegriff eurer Session
z.B. edupad.ch/pa17_beispiel, klickt dann auf “Ja, Pad erstellen” und schickt die URL an pfingstakademie(at)wannseeforum.de, damit wir sie hier einbinden können. Danke!

Tipps für die Etherpadnutzung

  • Wer hier schreibt, sucht sich eine Farbe (oben rechts) und notiert seinen Namen daneben, damit sichtbar wird, wer was geschrieben hat/ gerade schreibt.
  • Wer etwas löschen will, macht die Löschung dadurch kenntlich, dass er/sie/es den betreffenden Teil nur durchstreicht, damit sichtbar bleibt, was dort jemand anderes geschrieben hatte!
  • Damit hier etwas entsteht, sind auch Notizen, Fragen, Stichpunkte und alle Mittel erlaubt, die ihr auch sonst beim Schreiben nutzt.
  • Der Text muss nicht gespeichert werden, er ist online gesichert

 

Weitere Eindrücke  unter ältere Artikel zum Barcamptag


MUSIK-Session Barcamptag Pfingstakademie Jugendbeteiligung 2015

Und Informationen, wie man selbst ein Barcamp veranstaltet,hat das Partizipationsprojekt YouthPart als einen Ratgeber “JugendBarCamps – Ein Leitfaden für die Praxis” veröffentlicht: http://pb21.de/2013/03/ein-ratgeber-fur-barcamps-mit-jugendlichen/

Mehr zur Methode Barcamp findet ihr auf der Seite “die-welt-braucht-mehr-barcamps“, dort gibt es ein Interview mit der Referentin der PA 2012, Nina Galla, Organisatorin des EnergyCamp in Hamburg.

Impressionen Barcamp-Tag (Kurzversion) from PfingstakademieJugendbeteiligung

Methodengruppen 2017

Folgende Arbeitsgruppen für die Vermittlung von Methoden und Werkzeugen planen wir für die pfingstAKADEMIE 2017:

  • Projektmanagement
  • Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit
  • Graphic Recording
  • Argumentationstraining gegen Rechts
  • Kreative Protestmethoden
  • Forumtheater

und

  • Online Dokumentation, hier erstellt ihr unter professioneller Anleitung einen Blog zur pfingstAKADEMIE, auf dem ihr über die verschiedenen Aktionen und Angebote berichtet. Dies hat jedoch zufolge, dass ihr sowohl am Thementag als auch am Barcamptag mit Dokumentation und Recherche beschäftigt seid und somit nicht so intensiv in die inhaltliche Diskussion einsteigen könnt. Für angehende Journalist*innen, Reporter*innen und Interessierte jedoch genau das Richtige!

Welche Methodengruppe ihr besuchen wollt, könnt ihr bei der Anmeldung angeben. Wir versuchen möglichst alle Wünsche zu berücksichtigen. Auch in diesem Jahr sind die Methodengruppen wieder ein Angebot, um euch mit der Vermittlung von “Handwerkszeug” bei euren Projekten und Aktionen zu unterstützen.

Hier folgt nun eine Kurzvorstellung der Dozent*innen und der Methodengruppen.

So könnt ihr schon mal einen ersten Eindruck gewinnen, was euch auf der diesjährigen pfingstAKADEMIE erwartet:

Projektmanagement: Marvin Müller und Frederic Koch

In dieser Methodengruppe möchten wir euch das nötige Werkzeug an die Hand  geben, um euren Ideen Taten folgen zu lassen, „Vorwärts“ zu kommen und Veränderung zu gestalten. Gemeinsam möchten wir ganz praktisch dazu arbeiten, wie man strukturiert Projekte plant und durchführt. Mit den Methoden, die du hier lernst, sollte die Organisation deines nächsten Projekts kein Problem mehr sein!

Zu den Personen:

Marvin Müller ist 19 Jahre alt und macht gerade einen bildungspolitischen Freiwilligendienst in der Slowakei. Seit mehreren Jahren engagiert er sich für Schüler*innenbeteiligung, zurzeit unter anderem im Vorstand des SV-Bildungswerks und in der europäischen Schüler*innenvertretung OBESSU. Hierbei konnte er einige Erfahrung bei der Organisation von Projekten sammeln und gibt dieses Wissen seit 2014 als Trainer für verschiedene Träger*innen weiter.

Frederic Koch ist 17 Jahre alt und besucht die 11. Klasse eines Berufskollegs in Krefeld. Seit mehreren Jahren setzt er sich für mehr Beteiligung von Jugendlichen in der Politik ein. Er war mehrere Jahre lang im Landesvorstand der Landesschüler*innenvertretung NRW, ist Vorstandsmitglied des SV-Bildungswerk und vertritt das SV-Bildungswerk vor der Europäischen Schüler*innenvertretung OBESSU. Außerdem ist er seit mehreren Jahren in der politischen Bildungsarbeit aktiv.

Öffentlichkeitsarbeit:

Innovation und Kreativität in Öffentlichkeitsarbeit – Vom Projekt zum Publikum

Ich habe eine Projektidee, plane eine Veranstaltung oder möchte einen öffentlichen Diskurs starten. Aber wie erreiche ich potentielles Publikum, wie kommuniziere ich meine Idee in der Öffentlichkeit und wie erreiche ich die passenden Zielgruppen? In dem Workshop werden Best Practice Beispiele für innovative PR-Arbeit an der Schnittstelle von politischen Ansätzen, kulturellen Projekten und Kommunikation vorgestellt. Inspiriert von diesen Beispielen sollen die Teilnehmer*Innen prototypische PR-Konzepte für Projektideen entwickeln und kreative Formen von öffentlichkeitswirksamer Kommunikation erarbeiten.

Zur Person:

Sarah Langnese ist bei dem Berliner Beratungszentrum für Kulturförderung und Kreativwirtschaft – KREATIV KULTUR BERLIN – für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder) und Paris sowie interkulturellen deutsch-französischen Studien in Freiburg und Lyon, übernahm sie bei Public Art Lab Berlin die Produktion und das Projektmanagement im Rahmen von EU-geförderten Kunst- und Kulturprojekten sowie die Kommunikationsarbeit. Seit September 2016 unterstützt sie Kreativ Kultur Berlin in Online- und Offline-Kommunikation sowie in Konzeption und Produktion von Veranstaltungen.

Copyright: Jens Thomas

Graphic Recording: Jonas Möhring

(Live-)Visualisieren: Graphic Recording, Sketchnotes & co. Bei Präsentationen, auf Konferenzen und öffentlichen Diskussionen geht ein Trend um: Das gesprochene Wort wird immer häufiger grafisch aufgezeichnet / begleitet.
In meinem Workshop will ich einen Einstieg ins Visualisieren vermitteln. Themen sind Einsatz von Farbe und Schrift, Figuren. Wir werden auch diskutieren. Schließlich braucht es einen Inhalt, der visualisert werden will.

Zur Person:

Jonas Möhring, Mitbegründer des Kollektivs 123comics. Seit über 10 Jahren sehen wir unsere Aufgabe darin, gesellschaftlich relevante Themen durch unsere Visualisierungen und Comics mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wir machen Trickfilme, Infocomics und zeichnen live auf Tagungen und Konferenzen.

Argumentationstraining gegen Rechts: Maria Seidel

In der Schule, auf dem Sportplatz, beim Einkaufen, in der Bahn…Überall begegnen wir abfälligen und diskriminierenden Äußerungen, die gegen bestimmte Menschengruppen gerichtet sind. Betroffen sind u.A. Ausländer, Schwule, Juden, Frauen, oder Muslime. Häufig überrumpeln uns diese im Alltag und wir sind uns unsicher, was wir auf die Schnelle erwidern sollen. Damit dies besser gelingt, erproben und üben wir in Rollenspielen Reaktionen und Argumentationsstrategien gegen rassistische und rechtspopulistische bzw. rechtsextreme Parolen. Im Mittelpunkt stehen eure biografischen Erfahrungen, Erwartungen und Kompetenzen!

Ziele des Workshops:

  • Die TN haben sich mit den Begriffen Vorurteile, Stereotype und Rollenbilder sowie Diskriminierung auseinandergesetzt und ihre Wirkungsweisen reflektiert.
  • Die Jugendlichen haben ihre eigene Rolle in der Vergabe und dem Erhalt von Vorurteilen hinterfragt.
  • Die TN haben sich aktiv mit rechten und rassistischen Parolen auseinandergesetzt und ihren ?Wahrheitsgehalt überprüft.
  • Die TN kennen konkrete Handlungsmöglichkeiten, Maßnahmen und Argumente gegen rechte und ?rassistische Parolen sowie Grenzen verbaler Erwiderung.
  • Die TN sind motiviert, ihre Möglichkeiten der Einflussnahme durch zivilcouragiertes Verhalten aktiv ?wahrzunehmen.

Zur Person:

Maria Seidel ist freiberufliche Teamerin in der politischen Bildungsarbeit und Trainerin fu?r Berufsorientierung. Sie hat in Berlin Regionalstudien Asien/Afrika (BA) und Kunstgeschichte Afrikas (MA) studiert und sich innerhalb ihres Studiums intensiv mit Rassismustheorien und (Post)kolonialismus auseinandergesetzt. In ihren Workshops und Seminaren verbindet Maria Kreativita?t mit Struktur. Die Bedu?rfnisse und Fragen der Teilnehmenden stehen dabei im Vordergrund. Prozess- und Zielgruppenorientierung, Partizipation und Achtsamkeit liegen ihr sehr am Herzen. Als Trainerin arbeitet sie komplexe Themen methodisch und visuell so auf, dass sie Lern- und Reflexionsprozesse in Gang setzen und Perspektivwechsel anregen.

 

Kreative Protestmethoden: Hanna Poddig

Unterschriften sammeln bringt nichts, Parteipolitik ist unattraktiv, Politiker_innen reden immer nur realitätsfernen Quatsch – sollten wir es also gleich aufgeben, diese Welt verändern zu wollen? Nein! Dieser Workshop zeigt unkonventionelle, kreative Formen von Widerständigkeit. Von Straßentheater über Blockaden, von gefälschten Flugblättern zu Besetzungen, von Massenaktionen hin zu Aktionen, die auch alleine oder mit wenigen Menschen möglich sind. Gemeinsam wollen wir erarbeiten, was euch persönlich aufregt in dieser Welt und wie ihr euch dagegen wehren und für eine andere Welt eintreten könnt. Neben der Vorstellung von Aktionsformen möchte ich mit euch konkrete
Ansätze erarbeiten, die ihr selber umsetzen könnt.

Zur Person:

Hanna Poddig, 31, ist seit vielen Jahren Aktivistin. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Einsatz gegen Atomkraft. Mit Texten, Kletteraktionen, Blockaden, Recherchen, Straßentheater und anderen Aktionen versucht sie sich für eine Energieversorgung ohne Kohle und Atom einzusetzen. Im Jahr 2016 war sie im Kinofilm “Projekt A — Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa” zu sehen bei einer Ankettaktion eines Urantransports 2012 in Gronau, bei einer Lesung in der besetzten ”Stillen Straße” in Berlin, sowie bei ihrer Haftentlassung aus der JVA Preungesheim in Frankfurt am Main. Zudem schreibt sie für die Zeitschriften grünes blatt und Graswurzelrevolution und
übersetzt im anarchistischen Übersetzer*Innenkollektiv black mosquito.

Quelle: http://feinfrisch.net/

Forumtheater: Christoph Leucht

Was wäre, wenn wir gleich anfangen würden, darüber zu reden, wie wir Ungerechtigkeit überwinden können, anstatt nur zu fragen, ob? Und was, wenn wir es gleich ausprobieren würden anstatt nur darüber zu reden? Und was, wenn Fragen nicht nur Antworten bringen, die entweder richtig oder falsch sind sondern die unterschiedliche Perspektiven und alternative Möglichkeiten aufzeigen? Und wenn dann Fragen, immer wieder neue Fragen und Perspektiven bringen… Das Theater der Unterdrückten fordert das Recht auf Dialog aus der Perspektive derer, die ausgeschlossen, benachteiligt, diskriminiert und als minderwertig angefeindet werden. Dabei inszenieren wir im Forumtheater eine Frage an das Publikum: Wir haben versucht, Unterdrückung zu überwinden und es nicht geschafft – was hättet ihr an unserer Stelle gemacht? Das kann eine ganz konkrete Frage sein, im Kontext von ungerechten Strukturen oder eine Metapher, die die ganz großen Fragen hervorkramt.

Zur Person:

Christoph Leucht, 47, arbeitet seit Mitte der 90er Jahre mit den Methoden des Theaters der Unterdrückten und ist vor 10 Jahren aus Brasilien zurückgekommen, wo er eine Zeit lang die Arbeit des Zentrum des Theaters der Unterdrückten begleitet hat. Seit 2011 betreibt er mit Kolleginnen und Kollegen in Berlin die Theaterwerkstatt KURINGA im Wedding (kuringa.org), die Methoden weiterentwickelt, Kurse zum Theater der Unterdrückten anbietet, Forumtheatergruppen beherbergt und unterstützt und jedes Jahr das Forumtheaterfestival APRIL in KURINGA in Berlin macht. KURINGA ist außerdem Heimat der Berliner Madalenagruppe, die im September das zweite internationale Festival des Theaters der unterdrückten Frauen in den Uferstudios organisiert. Im europäischen TOgether-Netzwerk ist KURINGA an der Produktion des Forumtheatestücks „Hotel Europa“ beteiligt, das in den letzten 5 Jahren von Athen bis Lissabon die Frage nach der Unterdrückung hinter den Krisen Europas diskutiert hat (http://www.kuringa.org/de/together1.html)

 

Journalistisches Schreiben und Dokumentation im Blog: Leonie Geiger und Andi Weiland

Die Blog-AG ist ein durchgängiger Workshop für journalistisch interessierte Jugendliche.
Ziel ist es, während der Pfingstakademie Artikel, Umfragen und mehr zu den einzelnen Programmpunkten, den Inhalten und Beteiligten zu produzieren, dabei die Stimmen und Stimmungen einzufangen und damit ein Dokublog zu füllen. Dabei ist es nicht auf das Schreiben beschränkt, sondern es können auch Videos- und Multimedia-Storys entstehen. Unter Anleitung von Medienprofis erhältst du Tipps fürs journalistische Schreiben, Bloggen und Multimedia-Arbeiten. Die Ergebnisse aus dem letzten Jahr findest du hier: Pfingstakademie 2016

Themengruppen 2017

2017 gab es zum Akademiethema “Wir(r) sind die Alternativen – Politische Orientierungen in Krisenzeiten” folgende drei Themengruppen:

A. Wirre Zeiten? – Wirtschaftskrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise, Demokratiekrise… Wer hat hier eigentlich eine Krise?

Im Workshop 1 werden wir systematisch diese ganzen großen abstrakten “Krisen” auseinandernehmen und versuchen, sie zu entschlüsseln. Zuerst schauen wir uns an, welche Krisen die wichtigsten sind, worin ihre Ursachen liegen und ob das Wort “Krise” für diese Zustände überhaupt zutrifft. Danach wollen wir gemeinsam herausfinden, wie diese Krisen zusammenhängen und Thesen formulieren, die wir mit in die Asamblea nehmen.

B. Wirr ist das Volk? – Rechtsextremismus und Rechtspopulismus: Ursachen, Erscheinungsformen, Gegenstrategien?

Im Workshop 2 wird es um eine kritische Perspektive auf die Antworten von Rechts gehen: Wer sind “die Rechten” und was wollen sie? Welche verschiedenen Bewegungen gibt es und welche Überzeugungen und Weltbilder stehen dahinter? Welche Rolle spielen Nationalismus, Rassismus und Autoritarismus? Gibt es einen Unterschied zwischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus? Ausgrenzen oder argumentieren: Welche Gegenstrategien können wirksam sein?

C. Wirr weiter? – Neue Proteste und politische Alternativen: Woran und wie sich beteiligen?

In Workshop 3 wird sich die Diskussion um politische Alternativen und Optionen für gesellschaftliche Lernprozesse drehen: Wo in Deutschland und Europa gibt es schon progressive Bewegungen und Alternativen? Welche Zukunftsvisionen haben diese Bewegungen für Europa und die Welt? Woran wachsen und woran scheitern junge politische Alternativen immer wieder? Und zu guter Letzt wollen wir uns aber auch an diese Frage wagen: Welche Alternativen und Optionen würden wir gerne entstehen sehen, entstehen lassen – und selbst mitgestalten?

Diese und viele weitere Fragen wollen wir am Thementag der pfingstAKADEMIE 2017 mit Euch diskutieren. Welche Themengruppe ihr besuchen wollt, könnt ihr bei der Anmeldung angeben. Wir versuchen möglichst alle Wünsche zu berücksichtigen, versuchen jedoch auch in jeder Gruppe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Teilnehmenden herzustellen.

Abendprogramm:

Am Abend wird es einen kleinen Trommel- und Bodypercussionworkshop geben. Salomao Ngomane wird gemeinsam mit euch ein paar kleine Rhytmusübungen machen und dabei euer Taktgefühl stärken. Das Abendprogramm ist für alle Teilnehmenden freiwillig.

 

Hier folgt nun eine Kurzvorstellung der Referent*innen der Themengruppen.

So könnt ihr schon mal einen Eindruck gewinnen, wer und was euch bei der pfingstAKADEMIE erwartet.

 

A. Wirre Zeiten: Rico Grimm

Rico Grimm, Jahrgang 1986, ist Reporter (krautreporter.de, Spiegel Online, Zitty) und interessiert sich für Themen der Globalisierung, der Ungleichheit und der neuen und alten politischen Ideen. Er lebt in Berlin.

 

B. Wirr ist das Volk: Viviana Uriona

Viviana Uriona wurde 1973 in Pergamino, Provinz Buenos Aires geboren und lebt seit 1996 in Deutschland. Sie studierte Politikwissenschaft  zunächst an der Universität zu Köln, dann an der Freien Universität Berlin. Zurzeit promoviert sie an der Universität Potsdam zu sozialen Bewegungen und freien Radios in Lateinamerika. Sie ist ehemalige Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung und war innerhalb von Attac u.a. Mitglied des Koordinierungskreises, der AG-Lateinamerika und des Rates. Während der G8 Proteste (2009/Kopenhagen) koordinierte sie das Mediencenter und erarbeitete Radiofeatures. Bis 2011 war sie Mitglied der Koordinationsgruppe der Bundesverband Freie Radios (BFR) und ist Mitglied der Community Media Forum Europe (CMFE). Sie ist in Projekten in und um die freien Radioszene sowohl in Deutschland als auch transnational aktiv und arbeitet als freie Fotografin, Filmemacherin und Trainerin in Berlin.
https://www.kameradisten.org

Ausgewählte Publikationen: // „Argentinien: Kampf um die Gegenhegemonie in der Mediendemokratie“ In: L. Gabriel/H. Berger „Lateinamerikas Demokratien im Umbruch“  Mandelbaum Verlag, Wien 2010 // „Moralische Ökonomie und solidarische Wirtschaften in der argentinischen Gesellschaft“ In: E. Altvater/N. Sekler (Hg.) Solidarische Ökonomie. Reader des Wissenschaftlichen Beirats von Attac, Hamburg 2006. //

Ausgewählte Radiobeiträge: „Demonstrationsrecht in Deutschland – ein politisches und menschenrechtliches Feld“ //„Bildung als Menschenrecht in Argentinien: Die Bleistifte schreiben wieder“

 

C. Wirr weiter?: Andreas Karsten

Andreas Karsten, Jahrgang 1975, ist Vorstandsmitglied von Demokratie & Dialog e.V. und arbeitet als Jugendforscher und Journalist unter anderem zu Jugendprotesten und jungen alternativen Bewegungen. Er forscht und schreibt über den weltweiten Druck auf Zivilgesellschaft, die Auswirkungen auf Jugendbewegungen, und wie diese damit kreativ und politisch umgehen. Er ist Mitglied im Journalistenverband Berlin-Brandenburg (JVBB) und der International Sociological Association (ISA) und stellt gerade einen neuen Demokratie-Podcast auf die Beine.

 

Abendprogramm:

Salomao Ngomane ist Erzieher, Trommler und Percussionist. Er arbeitet im Jugendkulturzentrum “Die Linse” in Berlin.