Jugendbeteiligung online
Kostenfrei und Spaß dabei,
Bericht aus der Querschnittsthemen-AG.
Von Nicolai Rybacki
Auf Gruschelkurs mit Politikern
Seit einigen Wochen gruscheln sich Politiker auf Internetseiten wie Studivz.
Warum im Wahlkampf mediale Netzwerke immer wichtiger werden. Von Anja Maxrath
Elektronisch unverdrossen
Jugendliche partizipieren immer weniger in Parteien, Verbänden, Gewerkschaften. Von politikverdrossenheit kann dennoch keine Rede sein. Das politische Verständnis ist heute einfach ein anderes.
Von Sophia Müller
Linkliste zum Workshop
Von Andreas Klisch

Grafik aus dem Workshop “Jugendbeteiligung online” von Andreas Klisch
Kostenfrei und Spaß dabei
Die Kommunikation von Jugendlichen verlagert sich seit Jahren ins WorldWideWeb. Jetzt wird auch noch getwittert was das Zeug ä. Bitte was? In der Querschnitts-AG “Jugendbeteiligung online” auf der Pfingstakademie wurden neue Partizipationsformen im Netz diskutiert.
Von Nicolai Rybacki
Viele Möglichkeiten, viel Verwirrung. Wie bin ich im Netz vertreten? Wie legen Jugendliche Netzprofile an? Wie vertreten sie ihre Meinung im Netz? Seit Jahren ist die Jugend zunehmend online, sie sitzt sogar am Rechner, um zu telefonieren, E-mails abzuschicken, zu chatten. Und nun auch … um zu twittern.
Es wird getwittert!
Was ist das? Twittern ist die Übertragung von Informationen durch Chatblogs. In der Pfingstakademie startete dazu eine viel versprechende Diskussion unter dem Titel “Jugendbeteiligung online” mit Dozent Andreas Klisch, ein mehr als 20 Jahre langer interneterfahrener Profilberater im Netz. Für was ist Twittern gut? Getwittert wird seit drei Jahren. Das Tolle daran ist: es passiert live, es passiert sofort, man macht es nebenher. Hier wird nicht lange um den heißen Brei geredet, sondern getwittert und hektisch eingetippt. Jeder der oder die will, kann sich einklinken und mitschreiben. Information als Garantie!
Twittern ist eine Mischung aus Blog und einem Chatprogramm, wodurch ein Stream von Informationen zu einer Tätigkeit entsteht, die online von Anwesenden in unmittelbarer Nähe protokolliert werden können. Freunde oder andere User lassen sich durchs Twittern verfolgen, der Bezug zur anderen wird unmittelbar hergestellt. Bei all dem soll der Spaß im Vordergrund stehen.
Kostenfrei und Spaß dabei
Was ist neu daran? Anmeldungen und der dadurch erworbene Account ist schließlich im Netz generell kostenfrei. Er gibt Zugriff auf alle angemeldeten User der Community. Es besteht immer die Möglichkeit, sich den neugierigen Blicken verschiedener Benutzer zu entziehen, durch eine Konfiguration der Seite. Das Gleiche gilt auch für alle anderen User. Und natürlich gibt es im Netz viele Internetcommunities und Jugendportale wie etwa StudiVZ, Facebook, Yappy oder Myspace, die helfen sollen, andere Freunde und neue Freunde zu finden und mit ihnen zu kommunizieren. Auch sie sind ideal, um z.B. Informationen einer Veranstaltungen schnell an Freunde weiterzuleiten und um noch weitere Interessenten für eine Sache zu gewinnen. Kurzinformationen lassen sich zudem per sms zu jeder Zeit an jeden Ort senden. Im Gegensatz dazu ist das Twittern kostenfrei. Die Frage, wo sich am nächsten Samstag Freunde treffen, welche Demo gerade am Laufen ist und wann die nächste Party steigt, lässt sich unentgeltlich beantworten.
Twittern werden bereits heute schon zu politischen Treffen öffentlich freigeschaltet, um im Hintergrund die Diskussion live zu übertragen, klärt Dozent Andreas Klisch auf. Das hilft Außenstehenden, an der Kommunikation teilzuhaben und gleich agieren zu können. Dabei sind Meinungen frei und unzensiert. Das klingt nicht schlecht.
Schattenseiten des Twittern
Aber auch das Twittern hat seine Schattenseiten. So werden durch das Twittern persönliche Daten gesammelt und womöglich an Dritte weitergegeben. Erschwerend kommt hinzu, dass man relativ oft online sein muss, um einen kontinuierlichen Fluss an Infos zu gewährleisten. Wenn Leute zudem “verfolgt” werden, verliert man leicht den Überblick, und eine große Menge an Infos kann gar nicht verarbeitet werden. Da Twittern noch eine neue Art der Kommunikation ist, bleiben weitere Vor- und Nachteile noch offen.
Muss man aber überhaupt über bestehende Communities seine Persönlichkeit zeigen? Diese Frage wurde in der Diskussionsgruppe gar nicht diskutiert. Wie wäre es zum Beispiel, eine eigene Community aufzubauen? Dazu kann man auf www.mixxt.com relativ kostengünstig eine eigene Website kreieren und erstellen. Kleiner Tipp: Investiere am Anfang relativ viel Zeit und Arbeit an deiner Seite. Das steigert auch den Popularitätsfaktor der Seite und man bekommt entstehende Kosten wieder heraus. Eine Option zum Kostenpunkt ist, Werbeblöcke auf einer Seite einzubauen. Dadurch wird deine Seite finanziell unterstützt.
Einer der einfachsten Methoden, anderen Usern über das Internet Infos zu verdeutlichen (gerade wenn es sich um sehr komplizierte Sachverhalte handelt), ist schließlich der Podcast. Das ist eine Form des Erklärens und des Sprechens häufig in Kombination mit Bildern. Schwierig sei das eigentlich nicht, meint Kisch, viele schrecken jedoch vor dem großen redaktionellen Aufwand zurück, der wesentlich mehr Zeit und Recherche erfordert als ein paar Twitterzeilen.
Die Jugend wird in Zukunft immer mehr Möglichkeiten haben, sich im Netz vertreten zu fühlen. Fühlt sie sich aber auch repräsentiert? Ob es bald vielleicht nicht zu viele Communities geben wird? Zu viele Informationen? Zu wenig Zeit? Wir werden es bald wissen.
Auf Gruschelkurs mit Politikern
Seit einigen Wochen gruscheln sich Politiker auf Internetseiten wie Studivz. Warum im Wahlkampf mediale Netzwerke immer wichtiger werden
Von Anja Maxrath
Frank-Walter Steinmeier hat eine, Guido Westerwelle hat eine und auch Gregor Gysi ist mit von der Partie. Es geht um Internetpräsenzen. Ja klar, denkt jeder, die gibt es ja schon lange. Bei StudiVZ, einem großen sozialen Netzwerk im Internet mit rund 13 Millionen angemeldeten Usern, ist das neu. Wer Lust hat, der kann Steinmeier und Konsorten, natürlich je nach politischer Gesinnung, gruscheln. Ganz legal und ohne Bodyguard. Es stellt sich nur die Frage: Wollen wir das auch?
Was Jugendliche seit Oktober 2005 schon länger können, sich im Netz bei Studivz gruscheln, können Politiker seit einigen Wochen auch: Im Kampf um Wählerstimmen wird jetzt nicht nur geworben, es wird gegruschelt. Gruscheln ist eine Kombination aus Grüßen und Kuscheln. Eigentlich eine nette Idee unter Freunden und Freundinnen, die sich schon lange nicht mehr gesehen haben. Wenn ich mir allerdings vorstelle, einen Politiker zu gruscheln, nimmt das für mich schon andere Dimensionen an. Vor allem drängt sich mir die Frage auf: Will ich das?
Es ist schließlich nur noch knapp eine Woche bis zur Europawahl. Im Sommer und Herbst diesen Jahres finden Kommunal- und Bundestagswahlen statt. Das große Wahljahr soll auch an den Jugendlichen nicht spurlos vorbeigehen. Wenn sich die heutige Jugend schon für nichts interessiert, dann soll ihr wenigstens auf den Internetkanälen in nett aufgemachten Profilen Politik in kleinen Häppchen aufbereitet werden. Aber interessiert das jemanden?
Nach eigenen Angaben der StudiVZ ltd. ist das der Fall. In der eigens eingerichteten StudiVZ-Wahlzentrale kann man sich von einigen Politikern politische Profile angucken, den Lebenslauf lesen oder sich Westerwelles Videobotschaft anschauen. Dabei gibt es als Extra-Feature sogar noch ein Ranking: An der Spitze liegt die SPD mit etwa 8.600 Stimmen, dicht gefolgt von der FDP mit 7.180 Stimmen, der CDU mit rund 7.160 Stimmen und den Grünen mit rund 5.800 Stimmen und der Linken, die mit etwa 3.900 Stimmen zusammen mit der CSU (1.284 Stimmen) das Schlusslicht bildet. Angesichts der angemeldeten rund 13 Millionen Mitglieder sind diese Zahlen erschreckend gering. Doch die deutschen Politiker sind nicht dumm: Auch bei Barack Obama funktionierte die ständige Internetpräsenz auf sämtlichen Foren und Seiten, vorwiegend auch in den Bereichen, die Jugendliche benutzen. Deutschland hat also dazu gelernt.
Brauchen deutsche Politiker Netzwerke wie StudiVZ oder das amerikanische Pendant Facebook? Augenscheinlich ist das der Fall. Es wird Wahlwerbung auf Teufel komm raus gemacht. Viele StudiVZ-Mitglieder können sich auf die Fahne schreiben, dass sie Anhänger eines Politikers sind. Alles nur Schau oder sind die Leute wirklich politisch interessiert?
Ich kann zumindest für mich sagen: Ja, ich bin politisch interessiert und ja, ich finde es gut, dass die Politiker sich soziale Netzwerke zu eigen machen. Auch wenn die Gefahr besteht, dass zu viel Information eher abschreckt, finde ich die Grundidee gut. Warum sollen Politiker nicht moderne Wege suchen, um Jugendliche zum Wählen zu motivieren? Wenn sich angeblich keiner für etwas interessiert, ist es dann nicht gut, sich von der breiten grauen Masse abzuheben und Farbe zu bekennen? Ich habe für mich beschlossen, Farbe zu bekennen. Und wenn jemand mich fragt, warum ich gerade diese Parteien, die mein Profil zieren, gut finde, bin ich auch gerne bereit, darüber zu diskutieren. Denn gerade davon lebt Politik und Gesellschaft – dass Menschen sich engagieren und sich mit wichtigen Themen auseinander setzen. Würde keiner diskutieren, gäbe es keinen Fortschritt. Dann könnten wir es mit der Politik gleich sein lassen.
Trotzdem kann der Schuss auch nach hinten los gehen. Wer sich darauf einlässt, Wahlkampf über das Internet zu machen, hat der nicht schon längst verloren? Immerhin ist auch nicht ein immenser Vorteil für StudiVZ nicht zu verleugnen: Das Portal gewinnt an Glaubwürdigkeit. Auch für Thomas Müller, ehemaliger stellvertretender Geschäftsführer der Jungen Union Hessens, wurde die StudiVZ-Mitgliedschaft zum Verhängnis: Der ehemalige JUler war durch die Mitgliedschaft in diversen zweifelhaften Gruppen bei StudiVZ in negative Schlagzeilen geraten. Die Enthebung aus seinem Amt in der Jungen Union folgte prompt. Was riskieren Politiker, wenn sie sich auf die Ebenen der Jugendlichen begeben? Im besten Fall machen sie sich lächerlich. Im schlimmsten Fall schrecken sie potenzielle Wähler ab.
Daher kann ich nur jedem empfehlen, der sich politisch interessiert oder Lust hat, sich zu informieren: Nutzt die Chancen, die euch geboten werden. Nie war es so einfach, sich zu engagieren wie heutzutage. Und wer will schon sein Leben lang Desinteresse zeigen? Daher ist es gar nicht falsch, den eingebauten Wahlomaten mal zu testen oder auch seine Stimme abzugeben. Interesse geht vor.
Elektronisch unverdrossen
Jugendliche partizipieren immer weniger in Parteien, Verbänden, Gewerkschaften. Von politikverdrossenheit kann dennoch keine Rede sein. Das politische Verständnis ist heute einfach ein anderes.
Von Sophia Müller
Die Pfingstakademie 2009 im Wannseeforum steht dieses Jahr im Zeichen politischer Partizipation von Jugendlichen. In der Querschnittsthemen-AG zum Thema “Jugendbeteiligung online”, geleitet von Andreas Klisch, geht es um die Möglichkeiten, die es gibt, um andere Jugendliche online zu erreichen. Andreas Klisch berichtet über Online-Werkzeuge wie Twitter, Blog und Co. Teilnehmer sind allesamt Jugendliche, die sich bereits schon politisch betätigt haben.
Was versteht man unter politischem Handeln?
Wie sieht diese politische Betätigung aus? Was verstehen die Teilnehmer unter politischem Handeln? Die Themenbereiche, in denen die Jugendlichen aktiv sind, drehen sich hauptsächlich um Schule, die Wiedervereinigung, Wählen gehen, politische Bildung, Medien oder Europa. Gemeinsam ist diesen Themen, dass alle Projekte der Teilnehmer im Internet umgesetzt werden. Die Methoden sind vielfältig. Beispielsweise wurde zum Thema Wiedervereinigung der Film “Generation X gedreht, eine Dokumentation über zwei Jugendliche aus Ost und West, die zur Zeit der Wiedervereinigung geboren sind (www-generationx-film-de). Ein anderes Projekt zum Thema “Wozu wählen?! ist ein Wettbewerb, bei dem andere Jugendliche Videos, die für die Wahlbeteiligung werben, einschicken können. Das beste Video soll gekürt werden. Außerdem gibt es Podcasts, Communities und Foren, in denen andere Jugendliche ihre Meinung kundtun können. Alles wird von Jugendlichen für Jugendliche organisiert. Andreas Klisch berichtet über die Möglichkeiten des Twitterns.
Es zeigt sich eine Vielfalt an Projekten, für die sich die Teilnehmer hier mit vollstem Elan engagieren. Nicht wenige sind in mehreren Foren gleichzeitig aktiv. Ein häufiges Problem sei die žgeringe Anzahl an Nutzern”, sagt Julian. Referent Andreas Klisch betont die Wichtigkeit, aktiv und ausdauernd für Mitglieder zu werben, damit ihr Interesse geweckt werde. Also besteht im Internet häufig ein Überangebot auch an Möglichkeiten, sich politisch zu beteiligen? In gewisser Weise ja, antwortet Klisch. Ein wichtiges Merkmal der Onlinemedien sei vor allem, dass sie ungefiltert sind. So kommt die Information, wer der neue Bundespräsident ist gleichermaßen an, wie die Information, dass “biene007³ gerade Kaffee kocht. Durch die Reizüberflutung ist es für den Internetnutzer schwierig zu entscheiden, welche Information wichtig oder unwichtig, interessant oder uninteressant ist.
Politisches Engagement zwischen Werbung, Akquise und Beteiligung
Ein politisches Forum müsse daher den Nutzer gleichzeitig motivieren und animieren – bis schließlich der sogenannte Schneeballeffekt eintrete. Das bedeutet, dass die Internetseite populär wird, indem die Nutzer die Seite selbst populär machen. Diese Motivation zu schaffen, ist nicht so einfach. Meistens kostet das auch Geld. Dabei müsse man abwägen, wie die Seite zu finanzieren sei. Entweder geht dies durch öffentliche Gelder oder durch Werbung. Von vielen Teilnehmern wird die Möglichkeit der Werbung abgelehnt, andere greifen selbstverständlich darauf zurück. žDie Werbung stört ja eigentlich kaum”, sagt ein Teilnehmer.
Werbung hin, Aquise her. Wo aber bleibt der politische Inhalt? Die Internetforen sollen die Nutzer zur politischen Partizipation animieren, so das Credo, na klar. “Unser Wahlwettbewerb soll Jugendliche dazu animieren, sich mit dem Thema Wählen auseinander zu setzen und mehr wählen zu gehen, antwortet dann auch Julian, ein Teilnehmer. Ist es denn möglich, mit diesen Internetforen etwas zu erreichen? In der Tat. Anton Günzler, der sich beim Berliner Jugendforum im Abgeordnetenhaus engagiert, erzählt zum Beispiel, dass er gemeinsam mit dem Berliner Jugendforum schon bereits einen autofreien Sonntag in einem Berliner Stadtteil Schöneberg auf freiwilliger Basis organisieren konnte. Außerdem organisieren sie regelmäßig im Monat ein Event für Jugendliche, bei dem neben Unterhaltung und Musik auch eine Diskussion mit Politikern stattfindet.
Viele Möglichkeiten, aber kein Engagement? Seit Jahren ist von einer politikverdrossenen Jugend die Rede. Die Wahlbeteiligung sinkt vor allem unter jungen Leuten. Die bis 25-jährigen machen in etwa acht Prozent der Wahlberechtigten aus. Die Abnahme des Wähleranteils liegt bei Jugendlichen um die 10 Prozent, im Bevölkerungsdurchschnitt bei acht Prozent. Allgemein bekannt ist auch die gravierende Abnahme der Anteile jüngerer Mitglieder in den politischen Parteien. Ebenso leiden Gewerkschaften, Kirchen und Jugendverbände unter Nachwuchsmangel.
Verändertes Politikverständnis
Das politische Verständnis ist heute ein anderes. Jugendliche partizipieren nicht nur in Parteien, Verbänden, Gewerkschaften. Von Politikverdrossenheit kann darum noch keine Rede sein. Jugendliche klicken im Netz und beteiligen sich auf diese Weise. Medien sind heute allgegenwärtig, politisches Engagement ist gekoppelt an Unterhaltung und an Werbung; Politik muss mit Unterhaltungsmedien konkurrieren können. Deswegen referiert Andreas Klisch über die Methoden, die so genannte “menpower zu bekommen. Die sei auch nötig, um das Portal zu finanzieren. Was verstehen Jugendliche aber darunter, politisch aktiv zu sein? Eine Umfrage in der Arbeitsgruppe gibt Antwort. Politisches Handeln bedeutet ihnen “über den eigenen Tellerrand zu schauen, “die Gesellschaft verbessern zu wollen, “an Aktionen und Demos mitzuwirken, “zu diskutieren, “seine eigene Meinung zu verbreiten, unter anderem aber auch “wählen zu gehen.
Doch dafür muss man erst “am besten mit einem unerwarteten Kracher die Aufmerksamkeit der Leute gewinnen, sagt ein Teilnehmer. Dieser mediale Einfluss ließ bereits Begriffe wie die “Mediokratie” (Thomas Meyer) aufkommen. Dem Begriff Mediokratie liegt die Theorie zugrunde, dass politische Entscheidungen in modernen Demokratien weniger von den politischen Parteien als von den Interessen der Massenmedien geprägt werden.
Wenig Interesse an staatlicher Politik
“So lange es dem Inhalt keinen Abbruch tut, sind Werbung und Unterhaltung in einem Jugendforum okay, sagt Larissa Krause vom Berliner Jugendforum. Mithilfe von Konzerten bewegen sie die Jugendlichen erst einmal dazu, zum Event zu kommen. Viele beteiligen sich dann auch an den politischen Diskussionen. “Natürlich nicht alle, sagt Anton Günzler, “aber immerhin gibt es einige, bei denen das Interesse an Politik geweckt wird. Das ist doch schon ein Erfolg. Möglicherweise steht deswegen die staatliche Politik so wenig im öffentlichen Interesse.
Paul Boes vom Berliner Jugendforum findet, dass staatliche Politik sehr unterhaltsam ist. An der staatlichen Politik kritisiert allerdings, dass gerade sie sich in der Öffentlichkeit zu wenig an Inhalten orientiere. Nicht aber, weil die Politiker zu wenig unterhalten. Von einer Politikerversammlung, die er im Bundestag besucht hat, kommentiert er mit “total unwichtig”. “Es ist nicht die Aufgabe der Politik zu unterhalten, so Larissa.
Unterhaltung, solange sie niveauvoll ist, widerspreche dem politischen Inhalt nicht. Solange sie die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehe, sei das doch ideal. “Viele Politiker wenden rhetorische Mittel, um damit zu unterhalten”, sagt Anton Günzler. Das wirklich Interessante ist allerdings der Inhalt, da sind sich die Drei einig. Schade nur, dass man zunehmend Sensationen braucht, um die Menschen für eine Sache zu gewinnen. Vielleicht gilt unsere Generation auch deshalb als politikverdrossen, weil es die Sensationen sind, die uns aufmerksam machen.
Linkliste zum Workshop
Linkliste zum Workshop Jugendbeteiligung online
Referent: Andreas Klisch (47)
Kultur- und Medienwissenschaftler an der FH- Potsdam, Social Media Berater
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Wow, ich habe das gar nicht so mitbekommen, dass wir in unserem workshop so in die Tiefe gegangen sind. Aber sehr interessante Aussenwahrnehmungen. Danke.
Mein Beitrag hier: http://klisch.net/?p=1136
P.S. Natuerlich steht die o.g. Grafik auch unter einer CC: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/