Rechte Parolen? NEIN DANKE!

Nazi*innen, Reichsbürger*innen, PEDIGA-Aktivist*innen, AfDler*innen und leider auch Menschen aus der bürgerlichen Mitte: Immer mehr sehen wir uns mit Diskussionen konfrontiert, in denen das Gegenüber mit rechten Parolen um sich wirft. Hier für euch 5 Methoden, um gegen Aussagen wie „Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ oder „Das sind doch eh alles nur Wirtschaftsflüchtlinge“ argumentieren zu können. Be strong!

Von Mitch (21), der jetzt erst mal Nazis boxen geht.

Am Werkzeuge-Tag auf der diesjährigen 17. Pfingstakademie im wannseeFORUM in Berlin konnten die Teilnehmenden von verschiedensten Workshop Angeboten einen auswählen. Einer davon war der Workshop „Argumentieren gegen Rechts“ mit Maria Seidel. Dabei lernten über 15 Jugendliche, wie mensch am besten auf Rechte-Parolen reagiert, wurden für verschiedene Arten der Diskriminierung sensibilisiert, lernten auch zu verstehen, warum Menschen überhaupt gegen andere Menschen hetzen und versuchten, deren Beweggründe zu verstehen. Denn eins ist klar: Egal, ob die eigene Omi mal wieder die Schuld für die tatsächlich viel zu kleine Rente bei ausländischen Mitbürger*innen sucht oder, ob dir nun der*die nächst beste Nazi*in versucht zu erklären, dass die Türken doch an allem Schuld sind …Klare Kante gegen Rechts ist richtig und wichtig! Deshalb hier nun die 5 besten Tricks und Tipps, wie du gegen diskriminierende Parolen argumentieren kannst.

1. Positioniere dich klar
Egal ob du beim Geburtstagsessen der Großtante oder beim Bierchen in der Kneipe hörst, wie jemand gegen andere Menschen hetzt, solltest du ihnen klar machen, dass dies weder der richtige Ort noch die richtige Zeit ist, dies zu tun. Mache deinen eigenen Standpunkt klar und versuche, ihn deinem*deiner Gegenüber zu erläutern, auch wenn deine Omi keine politischen Diskussionen am Essenstisch mag.

2. Argumentiere richtig
Dein Erfolg in einer Diskussion hängt ganz entscheidend davon ab, ob sich die andere Person von dir überzeugen lässt. Die Beweggründe des*der Anderen sind dabei entscheidend. Versuche heraus zu finden, ob er*sie aus emotionalen Gründen, wie zum Beispiel der Sorge um die eigene Zukunft handelt oder ob sich dahinter starke, vielleicht sogar fundierte rechte Tendenzen verbergen. Je nachdem kannst du zum Beispiel auf eine emotionale, verständnisvolle Art mehr erreichen als mit sachlichen Argumenten. Eine ausgewogene Mischung aus Verständnis, wenn es dir angebracht erscheint und Fakten, die die Argumente des*der Anderen widerlegen, ist der beste Weg zum Erfolg.

3. Spiegle deinen*deine Diskussionspartner*in
Es gibt eine Methode in der gewaltfreien Kommunikation, die sich „kontrollierter Dialog“ nennt. Dabei fasst du zunächst die Aussagen des*der Anderen zusammen und argumentierst erst dann dagegen. Einerseits um sicher zu gehen, dass du sie*ihn richtig verstanden hast und zuhörst, anderseits um ihm*ihr aufzuzeigen, was deinem Verständnis nach seine*ihre Argumente sind. So kommuniziert ihr selbst in einer hitzigen Diskussion nicht einander vorbei.

4. Steigere Dein Wissen
Grundlage für eine überzeugende Rede gegen diskriminierende Parolen und rechtes Gedankengut sind die richtigen Fakten und Argumente. Es wäre also überaus ratsam, wenn du dein Wissen über Themen wie Asyl, Rente, Migration, Standpunkte der AfD im Laufe der Zeit immer weiter steigerst. Um dir das ein bisschen zu erleichtern, habe ich hier zwei gute Fact-Sheets für dich:Hier ist eine Sammlung von Fakten gegen Vorurteile gegenüber geflüchteten Menschen und Asylbewerber*innen von ProAsyl. Sie hilft dir überzeugend zu widerlegen, was NPD und AfD so für Lügen von sich geben.
Und hier ist die zweite Auflage der „Argumente gegen Rechtspopulisten“ mit dem Fokus auf die AfD des DGB NRW. Dabei hat der DGB NRW versucht, die relevantesten Aussagen von Papieren und Politiker*innen der AfD aufzunehmen und zu zeigen, warum gerade für Gewerkschafter*innen, aber auch alle anderen Demokrat*innen in unserer Gesellschaft die AfD absolut nicht wählbar ist.

5. Bleibe stark! Oder: Be strong!
Du wirst oft, wenn du gegen rechtes Gedankengut anstehst, merken, dass du vor verschlossenen Türen stehst. Viele Menschen, vor allem gefestigte Nazis und Mitglieder rechter Parteien sind so fest gefahren und verschlossen, dass sie sich oft nicht überzeugen lassen. Auch wirst du dich manchmal Anfeindungen ausgesetzt sehen. „Warum verteidigst du denn solche Menschen?“ oder „Du hörst doch eh nur auf die Lügenpresse?“ sind nur zwei davon. Wichtig ist: Lass dich davon nicht entmutigen. Je mehr Leute konsequent gegen Nazis klare Kante zeigen und diskriminierende Meinungen nicht einfach so stehen lassen, desto eher bleibt unsere Welt Nazi frei!

Das Titelbild stammt von Michael Dornbusch