I(draw)ity

Wer kennt das nicht? Man sitzt in einem Vortrag und schreibt stur mit. Im Nachhinein kann man kaum noch nachvollziehen, was sein müdes Gekritzel bedeutet. Warum den Inhalt nicht einfach zeichnen? In der Werkzeug-AG “Visualisierung und Graphic Recording” konnte man genau das lernen.

Von Marcellina v.Massenbach (hat jetzt Persönlichkeitskomplexe, weil sie an der Visualisierung ihrer Identität gescheitert ist.)

Wir befinden uns im Studio West, einem Atelier im Atrium. Der Raum ist lichtdurchflutet und in der Mitte steht ein großer rechteckiger Tisch. Jana Kreisl, Illustratorin und Comicautorin, erklärt die Grundzüge des Graphic Recording. Das ist das Einsetzen von Symbolen und Zeichnungen in seinen eigenen Notizen oder dem Vortrag selbst, um sich an Anekdoten und Vorträge später besser erinnern zu können. Wird in einer Diskussion über Frieden gesprochen, so wird von dem Graphic Recorder beispielsweise ein Peacezeichen gezeichnet und dann in den Kontext eingebettet.
Doch warum besucht man einen solchen Workshop? “Ich habe sehr oft mit Vorträgen zu tun und illustriere meine Aufzeichnungen. Ich möchte das noch besser machen, damit das Gesagte klarer dargestellt ist”, erzählt Lorenz mit einem roten Edding in der Hand. Schon bald fangen die Workshop-Teilnehmenden an, dies zu üben und bringen zu vorgegebenen Begriffen und Statements ihre Visualisierung zu Papier. Danach soll das Thema der Pfingstakademie aufgegriffen werden und Aspekte der eigenen Persönlichkeit auf ein Plakat gezeichnet werden und das mit wenig bis gar keinen Worten, bis auf den eigenen Namen in der Mitte. Dabei ist klar, dass die Zeichnungen keiner Erklärung bedürfen sollen, sie sprechen für sich selbst und spiegeln durch Visualisierung die Identität der jeweiligen Person wider. Und was nehmen die Teilnehmer mit?
“Ich habe gelernt, dass man nicht immer Worte braucht, um Botschaften zu vermitteln. Bekanntermaßen sagt ein Bild mehr als tausend Worte, das ist mir hier wirklich klar geworden”, berichtet Nesreen und zeigt stolz ihr Plakat in die Kamera. Und Lorenz kann jetzt auch Menschen darstellen.

Hier zwei Bilder solcher Identitäten: