Heute kaufe ich mir eine Tüte Glück. Ach ja, bitte einpacken und To Go

Alle möchten heute glücklich sein. Alle haben es natürlich auch verdient. Am besten setzt man sich auf seine Couch vor den Fernseher und wartet, bis es anklopft. Die Erfahrung zeigt, dass die Gesellschaft nur noch von einem Statussymbol zum nächsten hechelt. Deswegen ist es höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, um dieser Volkskrankheit die Stirn bieten zu können. Ein Bericht der Barcamp-Session über “Glück”.

Von Daniel G. (der sich nun der Suche nach dem Glück widmen will. Es kann doch nicht so schwer sein, das Geheimnis zu lüften).

Am heutigen Barcamptag auf der Pfingstakademie präsentiert sich ein weiteres Mal die Vielfalt aller Teilnehmenden, die die Pfingstakademie zu ihren zahlreichen Facetten verhilft und einen unvergleichbaren Wert darstellt. Bei so vielen motivierten und anscheinend „glücklichen“ Menschen muss die perfekte Gelegenheit beim Schopf gepackt und eine Session zu diesem universellen Thema angeboten werden.

Für eine Dreiviertelstunde treffen sich ca. 20 junge Menschen im Kaminsaal und wollen sich in der kurzen Zeit diesem Themenkomplex annähern. Zu Beginn setzen sich alle mit ihrer subjektiven Wahrnehmung dieses Gefühls auseinander. „Für mich ist Glück, wenn ein Lachen im Hals steckt, aber nicht raus will. Es setzt sich quasi im Hals fest und kitzelt dort angenehm.“ – beschreibt ein Glücksuchender seine rein physische Reaktion darauf. Im Verlauf Austausches werden Momente und Situationen gesammelt, in denen man sich selbst als durchaus glücklich beschreibt. Ein Teilnehmer teilt mit der Gruppe einen seiner persönlichen Glücksmomente: „Ich weiß, dass ich glücklich bin, wenn ich Pizza essen darf.“ (Aha, das ist ja einfach)

Im Verlauf der Session wird deutlich, dass die anwesenden Jugendlichen sich in ihrem eigenen Empfinden und dem aktiven Schaffen von persönlichen Augenblicken des Glücks unterscheiden. Allerdings sind wir uns alle einig darüber, dass dieses lebensbejahende Gefühl aktiv von allen einzeln erreicht werden kann. Glück ist also eine Sache, die durch persönliches Einbringen und einem minimalen Energieaufwand durchaus in der täglichen Routine Platz hat. Um diesen Absatz abzurunden, fügt mir meine Redakteurin Leonie folgenden Satz hinzu: „Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast. Glück hängt nur davon ab, was du denkst.“ Klingt doch jetzt stimmig? Oder verdeutlicht zumindest, dass man sich selber zum eigenen Glück verhelfen kann.

Die Session neigt sich dem Ende, aber die Motivation der Teilnehmenden brodelt weiter: Ein Teil der Anwesenden hat den Funken der Session in sich aufgenommen und möchte auch nach der Pfingstakademie ein Konzept zu einem Workshop erarbeiten, der sich – wie auch immer – mit dem Thema Glück auseinander setzt. Wer weiß, eventuell sehen wir ja schon das Ergebnis ihrer Arbeit auf der Pfingstakademie 2017?

Beitragsbild: (c) Aileen Yue | Pfingstakademie