Rüdiger und das Schwimmbadkino

Man hat eine tolle Idee, ein tolles Team, man kann aber die Idee nicht umsetzen, weil die Koordination fehlt. Dumm gelaufen. Manuela Demel und David Weigend kennen diese Probleme und vermitteln auf der Pfingstakademie verschiedene Lösungen, unter anderem die „5 stages of development“. Esther Chase hat sich die fünf Schritte näher angeschaut angeschaut.



Man hört Gitarrenmusik. Locker flockig sitzt ein junger Mann auf einem Stuhl und schaut auf die Menge. „Das ist Rüdiger“ sagt er und hält ein Strichmännchen hoch. Alle lachen. „Rüdiger schaut gerne Fern.“ Ein Bild eines Fernsehers. „Rüdiger schwimmt aber auch gerne“. Ein Bild eines Schwimmbads. „Wie wäre es also, wenn Rüdiger im Schwimmbad Fern schauen könnte?“. So entsteht das Konzept eines Schwimmbadkinos, eine Idee, für die die Teilnehmer des Projektmanagement-Workshops ganze 60 Minuten Zeit zur Entwicklung haben.

Es ist 15 Uhr. 12 Jugendliche befinden sich im Raum. Sie sind Teilnehmer des Workshops Projektmanagements und wollen wissen: Wie geht man an ein Projekt ran? Wie schafft man es harmonisch mit Leuten zusammenzuarbeiten? Wie kann ein Projekt gut ausgeführt werden, ohne dass Chaos entsteht? Das sind Fragen, zu denen die Teilnehmer in acht Stunden Antworten finden wollen. Um ein Gefühl für Projektmanagement zu entwickeln, müssen die Teilnehmer zunächst eine Idee entwickeln und sie dann in ein imaginäres Projekt umwandeln. Aus dieser Aufgabe entstehen wiederum fiktive Zeitschriften, Modelabels und neue Lernmethoden an der Uni. Aber: die Teilnehmer müssen selbstständig überlegen, wie sie das Projekt finanzieren könnten, mit wem sie zusammen arbeiten würden und wen sie damit ansprechen wollen.

Schon alleine bei dem Erstellen eines imaginären Projektes stellt sich schnell heraus: ein Projekt kann nicht ohne ein gut zusammengestelltes Team funktionieren. „Ich habe einen Kollegen, der völlig unfähig ist im Team zu arbeiten. Wie gehe ich damit um?“, fragt einer der Teilnehmer. Manuela Demel und David Weigend kennen das Problem. Damit ein Team gut harmonisieren und effektiv arbeiten kann, gilt es Methoden anzuwenden, die die Teambildung vereinfachen. So wie die 5 Stages of group development, die die Referenten vorstellen.

5 Stages of group development

Wie der Name schon sagt, besteht das Modell aus fünf Schritten. 1. Forming, 2. Storming, 3. Norming, 4. Performing, 5. Adjourning.
In der ersten Phase geht es darum, sich besser kennen zu lernen und Spaß zu haben. Immerhin wird man viel Zeit miteinander verbringen. So sollte man nicht verbissen aufeinander zugehen und gleich mit der Arbeit loslegen, sondern sich lieber einen Tag Zeit lassen sich näher zu kommen, ohne über das Projekt zu reden. Allerdings sollte man in der ersten Phase auch Grundregeln aufstellen, an die sich jeder halten muss. In Phase zwei geht es darum herauszufinden, wer welche Stärken hat und Teamrolle übernehmen kann, damit die Arbeit auf eine schlaue und effektive Weise verteilt ist. Damit gute Zusammenarbeit gelingen kann, müssen die Teammitglieder in Phase drei eng miteinander arbeiten, wobei natürlich jeder Kompromisse eingehen muss. In der vierten Phase sollte das Team harmonisch und effektiv zusammenarbeiten können ohne notwendige Hilfestellungen von außen zu benötigen. In der letzten Phase wird die Aufgabe erledigt und das Team aufgelöst.

„Was diesen Workshop von den anderen Projektmanagement-Workshops unterscheidet, ist dass die Referenten wirklich in die Tiefe gehen.“, findet zumindest Katrin, eine Teilnehmerin des Workshops. Generell hat man das Gefühl, dass David Weigend und Manuela Demel es schaffen, jeden einzubeziehen, denn die Beispiele, Probleme und Anliegen, von denen die Teilnehmer erzählen, werden ununterbrochen thematisiert. Ein weiterer Grund für die spannende Vermittlung des Themas ist die Darstellung des Stoffes. „Sei visuell!“, lautet das Motto des Workshops, das haben sich die zwei Referenten auch wirklich zu Herzen genommen. Und wer weiß, vielleicht haben die Teilnehmer ja so viel gelernt, dass Rüdiger bald ein Schwimmbadkino besuchen kann.

2 Kommentare

2 Kommentare to “Rüdiger und das Schwimmbadkino”

  1. Marcelam 14. Juni 2011 um 21:35 1

    wollte gerne wissen wegen den fotos die auch in dem video gewesen sind und generell gemacht worden sind kann man da irgendwie dran kommen ?

  2. Annette Ullricham 21. Juni 2011 um 16:30 2

    Ich warte auch schon sehnsüchtig auf das Schwimmbad-Kino. Wann geht ihr das Projekt an?

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