PR für alle Lebenslagen
Eine Hausfrau beim Kochen, sie hat ein typisches 60-er Jahre Kleidchen an und lächelt in die Kamera. Eine Stimme im Hintergrund sagt: „Die Hausfrau von heute muss viele Aufgaben bewältigen. Deswegen braucht sie Unterstützung.“ Die Frau schüttet Maggie ins Gericht und man sieht sie als nächstes mit ihrem Mann fröhlich beim Essen, glücklich und zufrieden.
Von Esther Chase
„Ja, da will Maggie halt zeigen, dass die Hausfrauen durch Maggie mehr Zeit für ihren Mann haben und die täglichen schwierigen Aufgaben im Haushalt leichter bewältigen können,“ sagt Florian Dieckmann (25), Leiter des Public Relations-Workshops auf der Pfingstakademie. Sein Ton ist ironisch, als er über den Maggie-Werbe-Spot aus den 60-er Jahren spricht. „Da sieht man mal wie sich die Marketingstrategien in den letzten Jahrzehnten geändert haben. Die Spots sind viel kürzer und auch inhaltlich interessanter geworden“, so Florian Dieckmann.
„Verknappung als Mittel, um Produkte begehrenswerter zu machen“
Der Maggiespot ist nur eines der vielen Beispiele, die in diesem Workshop erwähnt werden. Um Public Relations erklären zu können, geht Florian Dieckmann zuerst auf Marketing ein und versucht den Teilnehmenden zu erläutern, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. So ist zum Beispiel der Standpunkt eines Unternehmens ausschlaggebend.
Als bestes Beispiel dafür dient die amerikanische Modemarke Abercrombie&Fitch. Deren Kleidung ist in Deutschland nicht zu erwerben, trotzdem sieht man oftmals Menschen damit herumlaufen. Auch in New York City gibt es davon nur ein Geschäft und selbst wenn es in diesem Laden nicht voll ist, müssen die Leute erst anstehen. „Diese Verknappung dient natürlich als Mittel, um Abercrombie begehrenswerter zu machen“, klärt Florian Dieckmann auf.
„Die Menschen schalten auf Spam“
Um den Überfluss an Werbung zu verdeutlichen, fragt Florian Dieckmann die Teilnehmenden, welche Werbungen sie denn am vorigen Abend auf dem Weg nach Berlin City gesehen hätten. Überraschenderweise kann sich die Gruppe insgesamt nur an vier Werbungen erinnern, obwohl sie wahrscheinlich um die Tausend gesehen hatte. „Die Menschen schalten auf Spam“, verdeutlicht er. Immerhin laufen zum Beispiel im deutschen Fernsehen 8.807 verschiedene Spots pro Woche.
Egal in welchen Lebensbereichen, ob SV oder Fußballverein, PR gewinnt an Dominanz. Überfluss in Werbeform. Darum müssen Unternehmen ständig neue Wege finden, um auf sich aufmerksam zu machen und erhöhen deshalb ihre Werbelautstärke. Für diese Erhöhung des Lautstärkepegels hat Florian Dieckmann gleich ein Beispiel parat. So wirbt die Modemarke Sisley mit folgendem Bild: Zwei leicht bekleidete und stark geschminkte junge Frauen beugen sich über ein Kleid, das auf einem Tisch liegt. Die Spaghetti-Träger des Kleides sehen aus wie Koks-Lines, die die beiden schnupfen. Damit will Sisley wohl sagen: Unsere Produkte sind so geil, dass man sie am liebsten wie Drogen zu sich nehmen würde. „Da dient die Provokation als Mittel, um die Öffentlichkeit auf Sisley aufmerksam zu machen“, betont Florian Dieckmann.
„Green Washing“
Ein weiteres Mittel, um die Öffentlichkeit anzuziehen ist das so genannte „Green Washing“. In den letzten Jahren wurde der Umweltschutz immer wichtiger für die Bevölkerung, daran passen sich die Unternehmen natürlich an. McDonalds zum Beispiel hat die komplette Inneneinrichtung geändert, alles ist schön hell und schaut erfrischend aus, es stehen Blümchen auf den Tischen und das McDonalds-Logo ist auf einmal grün. Aber die Burger und ihre Herstellung bleiben genauso schädlich. „Das ist natürlich totaler Quatsch. Das ist genauso unsinnig, wie wenn sich ein Atomkraftwerk hinstellt und sagt sie wären Klimaschützer“, lacht Florian Dieckmann.
„Elevator Speech“
Als kleine Hausaufgabe für die Mittagspause des Workshops bat Florian Dieckmann die Teilnehmenden eine „elevator speech“ zu erstellen. In einer „elevator speech“ muss ein Unternehmen ein Produkt in 60 Sekunden vermarkten und erklären können, warum die Menschheit ein solches Produkt braucht.
Ich habe meine Hausaufgabe gemacht und meine „elevator speech“ über den Public Relations Kurs lautet: Dieser Kurs dient der Erklärung von Public Relations, also der Beziehung zwischen Unternehmen und der Öffentlichkeit. Der Kurs war sehr gut strukturiert und übersichtlich aufgebaut. Auch für potentielle Interessenten für diese Branche wurde das Berufsbild gut dargestellt und gute Tipps gegeben. Die interessanten und amüsanten Beispiele lockerten die Stimmung und es entstand dadurch eine gute Zusammenarbeit zwischen Referent und den Teilnehmenden. Dieses „Produkt“ kann man also nur weiterempfehlen
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